Epidot - √Öskgudens Son (LP)

Die Musiker mit Erfahrungen aus Jazz, Rock, Fusion, Funk, Soul, Pop und Blues verschmelzen diese wieder mit einem sehr eigenständigen Sound.

 
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Epidot - √Öskgudens Son (LP)

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Gepostet: 17.07.2020 - 20:09 Uhr  ·  #1
Epidot - √Öskgudens Son (LP)

Epidot, das ist ein schwedisches Trio, bestehend aus dem Gitarristen Erik Ivarsson, dem Bassisten Adam Lindblom und dem Schlagzeuger Johan Horner. Auf der aktuellen Platte, als Vinyl erscheinen, gesellt sich als Gast der Vibrafonist und Perkussionist Johan H√•kansson hinzu und rundet bei einigen Songs den Gesamtsound einf√ľhlsam ab.

Nach "Sommarens Sista Suck" aus 2016 und "Vilse i Bremen" aus 2018 liegt mir nun "Åskgudens Son" vor. Und erneut sind es diese drei Individualisten, die begeistern! Die Musiker mit Erfahrungen aus Jazz, Rock, Fusion, Funk, Soul, Pop und Blues verschmelzen diese wieder mit einem sehr eigenständigen Sound.

"√Öskgudens Son", der Titelsong , der √ľbrigens auch der schwedische Titel einer Novelle von Arto Paasilinna ist, und im Original auf Finnisch "Ukkosenjumalan Poika" lautet, breitet sofort eine bet√∂rende Wirkung vor mir aus, das ist ein Start nach Mass! Sofort muss ich hin zu Terje Rypdal assoziieren, in jene Zeit, als er im Trioformat solche Platten wie "The Singles Collection‚Äú, "Blue" oder "Chaser" vorlegte. "Trollkarlens elddans" schl√§gt in die gleiche Richtung, und hier gehe ich mittels Rypdal noch weiter zur√ľck zu jenen Tagen, als er mit The Vanguards auch Surfelemente in die Musik hat einfliessen lassen. Auch Ivarsson nutzt diesen speziellen Sound, um Atmosph√§re zu schaffen, hinzu kommt jedoch ein stark eigenst√§ndig ausgepr√§gter Stil. Sicher, den Einfluss von Rypdal kann man einfach nicht verleugnen, und auch der klare und dezent verhallte Klang der Gitarre, der nach Fender klingt, weist in jene Richtung. Die beiden Begleiter unterst√ľtzen nicht nur rhythmisch hervorragend,sondern pr√§gen den Gesamtsound durch ihre enthusiastische und einf√ľhlsame Mitgestaltung des Sounds.

Bereits der dritte Song l√§sst dann klar eine sehr eigene Handschrift erkennen, ein mehrfach unterbrochenes Thema, die sehr interessante perkussive Gestaltung der Gitarrenlicks kommen in diesem vermeintlich zu kurzen Song sehr innovativ und mit indiviuellem Ausdruck zur Geltung. Aber: vermeintlich zu kurz, denn die Stimmung gleitet unversehens √ľber in eine stark an Jazz ausgepr√§gte Richtung, herrlich, wie sich Adam Lindblom am akustischen Bass gestaltend vorstellt, doch dann pl√∂tzlich ist es wieder da, das alte Thema mit den j√§hen Unterbrechungen, und immer wieder wird dieses Jazzfeeling eingebracht. Ja, "Jag har stulit nyckeln till ditt magiska tempel" ist ein √§usserst guter Song, der mit seinem gut durchdachten Arrangement zu fesseln weiss. Bis jetzt ist das mein pers√∂nlicher H√∂hepunkt der Platte.

"Spela f√∂r mig p√• din trolltrumma, b√∂nf√∂ll den ensamme vandraren" verbindet innovative Ideen und spontan wirkende Ausf√ľhrung zu einem dichten Ganzen, ein Gegensatz von Harmonie, Melodik und leicht angeschr√§gten T√∂nen verdichtet sich zu einem die Neugier weckenden H√∂rvergn√ľgen, der letzte Song auf Seite A ist nur ganz kurz, ein Solo f√ľr Gitarre, zersplitternde T√∂ne und kristallklar, wie der Titel auszusagen scheint.

Der Musiker Johan H√•kansson bringt √ľbrigens mit dem Vibrafon eher sounddienliche Beitr√§ge zur Abrundung, als dass er sich solistisch in den Vordergrund spielt, man w√ľrde sein Mitwirken jedoch vermissen, fehlten sie.

Seite B rockt los mit "L√§ngs r√§lsen i vargtimmen" und dieser Rock ist stark gepr√§gt von Musik der Sechziger und Siebziger, auch k√∂nnte es so klingen, wenn zum Beispiel Bands wie The Shadows ihren Sound entsprechend modernisiert und mit Rock angereichert h√§tten. Doch hier geht es dar√ľber hinaus viel flexibler zu, Themen werden ausgedehnt gespielt, oft finden Wechsel innerhalb der Songs statt, gar tr√§umerisch und romantisch, das erinnert mich in Zwischenspielen mitunter an atmosph√§rische Teilsequenzen von Pop-Musik der Sechziger, irgendwann kommt mir "Bang Bang" von Cher in den Sinn, bevor dann wiederum die Post abgeht, Ivarsson voll aufdreht und seine Gitarre kreischen l√§sst √† la Hendrix, und erneut dienen die Vibes nur zur zus√§tzlichen Verhallung.

"Sv√§va mot de dansande katternas planet" birgt Widerspr√ľchliches, ein akustischer Bass, verhallte Gitarre und treibendes Schlagzeug, und nun endlich dazu das etwas st√§rker hervortretende Vibrafon zum Vorschein, allerdings auch nicht als Soloinstrument. Und es zeigt sich erneut die Vielfalt dieser Musik, sie derma√üen vielschichtig konstruiert ist, dass die Tatsache, dass es sich bei der Band a) um ein Trio handelt und dass b) nur instrumental gespielt wird, locker und kreativ untermauert wird. Ich denke, Epidot hat mit dieser Platte erneut bewiesen, dass es noch L√ľcken gibt in, breit gef√§cherten Umfeld der Musik, und das unterstreichen die Musiker brillant mit ihrer sp√ľrbaren Leidenschaft am Musizieren sehr eindrucksvoll.

"P√• flykt undan det l√∂pande bandets monotona rytm" f√§hrt auf mit Elementen einer vertr√§umten Ballade, die aber auch nur Teil des Ganzen ist, und zum Schluss geht es zur√ľck zum Anfang, mit dem Outro zum Titelsong, gef√ľhlvoll und sehnsuchtsvoll intoniert von Ivarsson allein. Diese Band braucht dringend Unterst√ľtzung, eine dermassen weit gef√§cherte Verwendung von Elementen der Musikgeschichte, zusammengef√ľgt zu diesem niveauvollen Ganzen, ist heutzutage recht selten. Und - sollte Terje Rypdal einmal seine Musik einstellen, hoffe ich, dass Erik Ivarsson dessen Fahne auf seine individuelle Art weiter tragen wird.

Erik Ivarsson (all guitars)
Adam Lindblom (double bass)
Johan Horner (drums)
Johan Håkansson (vibraphone - A2, A4, B1, B2, percussion - A1)

Seite A:

1 √Öskgudens son
2 Trollkarlens elddans
3 Jag har stulit nyckeln till ditt magiska tempel
4 Spela för mig på din trolltrumma, bönföll den ensamme vandraren
5 Vid foten av iskristallens dal

Seite B:

1 Längs rälsen i vargtimmen
2 Sväva mot de dansande katternas planet
3 Den Bortglömda staden vid horisontens rand
4 På flykt undan det löpande bandets monotona rytm
5 √Öskgudens son - Outro


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http://www.imogena.se/
https://open.spotify.com/artist/2I3n9Bm0U1VuoPPdWbaVNe

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