Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

Unbestritten galt er in Fachkreisen als bester Nachkriegsgitarrist der Ära des Chicago-Blues.

 
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Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

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Gepostet: 30.06.2020 - 19:31 Uhr  ·  #1
Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

Earl Zebedee Hooker wurde am 15.1.1930 in Clarksdale, Mississippi, geboren. Als Earl ein Jahr alt war, zog die Familie nach Chicago. Beide Elternteile waren Musiker, der Vater spielte Blues auf Gitarre und Harp, und die Mutter sang Gospel. Weiterhin traten sie mit sogenannten “Tent-Shows“ auf.

Der ältere John Lee (Hooker) war sein Cousin. Durch ihn wurde er letztlich inspiriert, auch das Gitarrespielen zu erlernen. Dieses brachte er sich etwa im Alter von zehn Jahren selbst bei. Earl erweiterte sein Wissen der Gitarre um Mandoline und Banjo und widmete sich ebenfalls dem Klavier- und Schlagzeugspiel.

Zu dieser Zeit, noch als Schüler, verdiente er sich etwas Geld als Straßenmusiker, u.a. mit Bo Diddley. Hier lernte er 1945 dann auch Robert Nighthawk kennen, der ihn in die Geheimnisse der Slidegitarrentechnik einführte, und zu seinem Haupteinfluss wurde. 1949 erfolgte ein Umzug nach Memphis. Dort trat Hooker im Radioprogramm von Sonny Boy Williamson (King Biscuit Time) auf und tourte in den frühen 50ern mit Ike Turner und seiner Band. In diese Zeit fallen auch die ersten Plattenaufnahmen für das King-Label (1952), später auch für Sun.

Die Aufnahmetätigkeiten setzte er Mitte der 50er Jahre in Chicago, wohin er zurückkehrte, fort. (Aufnahmen für C.J., Age, Checker, Chess, Chief, Cuca) Hier setzt diese neue Kompilation an, einen insgesamten Zeitraum zwischen 1952 – 1963 abdeckend. "Rockin' Wild" umfasst Einspielungen für folgende Label: Age, Chief, Argo, King, Mel-Lon, Profile und U.S.A., also auch Label, für die Hooker in den Sechzigern aufnahm. Enthalten sind nicht nur Solo-Titel, sondern es sind auch Zusammenarbeiten mit Junior Wells, Reggie Boyd, A.C. Reed und anderen dokumentiert.

Leider fehlen wichtige Aufnahmen aus der dargestellten Zeit, und schliesslich könnten auch die nach 1963 eingespielten Titel Anlass für eine weitere Kompilation geben, jene Zeit, als der Gitarrist, der so gut wie nie selbst sang, durch das “American Folk Blues Festival“ in Europa erneute Aufmerksamkeit genoss, was schließlich zu einem guten Deal mit Arhoolie Records führte.

Bereits seit etwa 1963 litt Earl Hooker verstärkt unter den Folgen einer TBC-Erkrankung, die immer wieder zwischenzeitliche Inaktivität bewirkte. Nach der Rückkehr von der Europatournee flammte die Erkrankung wieder auf und Earl verstarb schließlich an den Folgen am 21.April 1970 im Alter von nur 41 Jahren.

Der Gitarrist war bekannt für seine stilistische Vielfalt. Er konnte neben dem Blues auch R&B, Hillbilly, Country, Jazz, Rock’n’Roll spielen. Dieses machte ihn zu einem viel begehrten Sessionmusiker. Als Sänger trat er nur gelegentlich in Erscheinung, da ihn die Tuberkuloseerkrankung hierbei stark hinderte, und er angeblich auch zu schüchtern gewesen sein soll.

Unbestritten galt er in Fachkreisen als bester Nachkriegsgitarrist der Ära des Chicago-Blues. Sein Slidegitarrenspiel unterschied sich von Leuten wie Muddy Waters oder Elmore James (die im “open tuning“ spielten), dadurch, dass er die Gitarre für sein Slidespiel nicht umstimmte, um flexibler zu bleiben.
Als erster Bluesgitarrist benutzte er das Wah-Wah-Pedal (angeblich durch Hendrix inspiriert) zur Bereicherung seines ohnehin schon umfangreichen Klangrepertoires.
Wie später Jimmy Page und andere Gitarristen verwendete Hooker eine Doppelhals-Gitarre von Gibson (6-und 12-saitig).
Sein Slidespiel zeichnete sich oft aus durch schrilles, hohes Pfeifen, weil er auch die höchsten Register des Instrumentes zu nutzen wußte. Hooker war beliebt wegen seines äusserst weichen und klaren Spiels, wobei „jede einzelne Note wie eine Glocke klang“.

Trotz seiner Innovationen wurde er nie entsprechend gewürdigt, vergleicht man ihn mit damals populären Bluesern wie Buddy Guy, Otis Rush, Magic Sam. Diese Kollektion möge also dazu beitragen, den hervorragendem Musiker verdientermaßen wieder ein wenig in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken! Denn sie enthält durchaus die verschiedenen Stilelemente, die anhand einiger Songs perfekt dargestellt wurden, mit einem seiner wohl wichtigsten Titel vorab, "Blue Guitar", das später, allerdings unter Beteiligung von Hooker, später von Muddy Waters zu "You Need Love" umfunktioniert wurde, und letztlich als "Whole Lotta Love" von Led Zeppelin endete.

Groovende Rocker wie "Rockin' Wild", dann ein treibender Blues mit dem Protagonisten als Sänger, hier "Win The Dance", ein Instrumental, das die Kunstfertigkeit des Gitarristen hervorhebt ("Universal Rock"), typische Slow Blues (#8, 2, 24, 27) ein Kriegstanz mit "Apache War Dance", und immer wieder diese herrlich schleppenden Titel mit diesem unwiderstehlichen Backbeat. Mit "Race Track" aus 1952 haben wir den ältesten Titel vorliegen, dieses schnelle Instrumental zeigt bereits den weiteren Weg auf brillante Weise. Eine Fortsetzung möge bitte folgen...

Earl Hooker (electric guitar, lead vocals - #4)
Junior Wells (vocals & harmonica)
Jackie Brenston (vocals, baritone sax)
Lillian Offitt (vocals)
A.C. Reed (vocals & tenor sax)
Julian Beasley (alto sax)
Earnest Johnson (bass)
Lafayette Leake (piano)
Pinetop Perkins (piano)
Johnny "Big Moose" Walker (organ & piano)
Bobby Little (drums)
Harold Tidwell (vocals, drums)
Frank Swan (drums)
The Earlettes (backing vocals)
Casey Jones (drums)
Ricky Allen (vocals)
Reggie Boyd (guitar)
Billy Stepney (drums)
Little Ray Charles (piano)
Bobby Fields (sax)
Dusty Draper (sax)
Sonny Lantz (organ)
Dave Myers (guitar)
Willie Dixon (bass, vocals)
Eugene Lyons (drums)
Mel London (backing vocals)

1 Blue Guitar
2 Blues In D Natural
3 Rockin’ Wild
4 Win The Dance
5 Rockin’ With The Kid
6 Universal Rock [With Junior Wells]
7 Galloping Horses A Lazy Mule [With Junior Wells]
8 Calling All Blues [With Junior Wells]
9 Off The Hook
10 Frog Hop
11 Swear To Tell The Truth
12 Apache War Dance
13 This Little Voice
14 Nothing But Good [With Reggie Boyd]
15 The Bright Sound
16 That Man
17 Oh, Mama
18 You’d Better Be Sure
19 That Ain’t Right
20 I Wanna Be Free
21 These Cotton Pickin’ Blues
22 Crying Blues
23 I Stay Mad
24 Lotta Lovin’
25 Race Track
26 The Leading Brand
27 Want You To Rock Me [With Jackie Brenston]
28 Little By Little [With Junior Wells & Willie Dixon]
29 Don’t You Ever Forget It
30 How Long Can This Go On

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Re: Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

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Gepostet: 03.08.2020 - 18:36 Uhr  ·  #2
welch wundervoller beitrag über einen der ganz großen und unverzichtbaren
bluesgitarristen. viele schöne informationen listest du auf. slide und double-neck,
das waren seine besonderen stärken; vielleicht hat sich sogar Jimmy Page etwas
abgeschaut(?). das wah-wah-pedal wiederum hat Earl sich von Jimmy Hendrix
abgeschaut und es sehr erfolgreich in seinen eigenen stil eingebaut. irgendwo
hat er doch sogar noch ein bißchen hawai-gitarre gespielt...

du listest eine menge leute auf, mit denen er zusammenspielte, aber in wirklichkeit waren
es wohl noch viel mehr. kaum einer der großen blues-originale fehlt (auch Muddy Waters
nicht, ...vielleicht Howlin Wolf?)
meine liebste co-operation ist die mit Steve Miller, 'Hooker'n'Steve'; für mich die
beste (authentischste) schwarz-weiß-mischung von allen.

lippmann/rau muß man ewig dankbar sein, daß sie ihn kurz vor seinem tod noch
nach europa brachten; seine auftritte beim 'American Folk Blues Festival' kann man
zum glück immer noch auf cd genießen.
a-tem-be-rau-bend!

er arbeitete wohl gerade daran, ein Hendrix des blues zu werden (wobei Jimi den
älteren Earl immer als eins seiner vorbilder benannte; Buddy Guy, Otis Rush und viele
andere waren auch ausgewiesene Hooker-fans), aber dann ....
'Two Bugs And A Roach' halfen sicherlich mit beim frühen ableben (allerdings lebte
Earl auch nicht besonders gesund ...).

sein cousin John Lee war vielleicht nicht intelligenter, dafür aber cleverer und kommerzieller
und so ist es letztlich er, der den meisten nur oberflächlich am blues interessierten,
in erinnerung blieb.

ich aber sage (und bin sicher, du stimmst ein) 'Play Your Guitar Mr. Hooker!'
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Re: Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

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Gepostet: 03.08.2020 - 19:44 Uhr  ·  #3
danke, "Blues Brother" badger, für Deine guten Worte....

Ja, den Earl hätte ich gern gesehen. Ich habe seine Musik auch tatsächlich erst durch durch diese Platte kennen gelernt:




"Going Up And Down", das mich umwerfende "Blue Shadows Fall" und seine Beteiligung bei Carey Bell und dem "Medley: Rocking With Chromanica / I Feel Bad, Bad, Bad" haben mich derart fasziniert, so dass ich damals eifrig zum Earl Hooker-Sammler wurde, und da gab es noch sooooooo viel Unentdecktes..., unter anderem stiess ich da auf 2 LPs mit Konzerten aus der "Pepper's Lounge, Chicago", und darunter mit tollen Aufnahmen von Earl.... (Cover gibts bei Amazon leider nicht)
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Re: Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

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Gepostet: 04.08.2020 - 11:03 Uhr  ·  #4
Du warst mir bei Earl Hooker (und auch unserem ebenso verehrten Magic Sam) deutlich voraus,
denn als er in europa tourte ('68 oder '69 ?) war ich erst 14/15, kannte nur wenige schwarze blues-leute
...und hätte auch kein geld gehabt, ihre platten zu kaufen. es hat ja nicht mal gereicht, all die
gewünschten scheiben von Beatles und Stones, Cream und Hendrix anzukaufen.

es waren ja tatsächlich zuerst die von Mike Vernon für sein Blue Horizon-Label eingespielten
scheiben von Otis Spann und Eddie Boyd; oder Fleetwood Mac in Chicago, die das große
interesse auslösten.

Von den allersten American Folk Blues-Festivals ab 1962, bekam ich erst recht nichts mit,
aber als die 3 dvds mit alten mitschnitten 2003 rauskam, wurden sie natürlich sofort gekauft.
und jetzt stelle ich überrascht fest, daß da nur ein einziges Hooker-stück drauf ist (Earl's Boogie),
aber irgendwo muß ich noch mehr haben. mal suchen.

Die Aufnahmen aus der Pepper's Lounge hab ich in den 80ern auf irgend einer börse erwischt,
aber es muß wohl eine raubkopie gewesen sein.... der klang war absolut grottig.

was damals auf der South Side, West Side und teilweise sogar der North Side geschaffen wurde,
ist sicherlich in die musikgeschichte eingegangen, aber vorstellen und begreifen können, wird
das heute kaum noch jemand. wie kann man die millionste *opie der millionsten *opie
hochjubeln, wenn es doch das authentische gibt.

es ist also die pure medizin, wenn du in deinen wunderbaren beiträgen immer mal wieder
an die Urheber und Originale erinnerst.

ich erinnere mich mit.
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Re: Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

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Gepostet: 04.08.2020 - 12:58 Uhr  ·  #5
Zitat geschrieben von badger

.


es ist also die pure medizin, wenn du in deinen wunderbaren beiträgen immer mal wieder
an die Urheber und Originale erinnerst.

ich erinnere mich mit.


ja, und das ist ja auch unverzichtbar, sich der Originale zu nähern. Ich kam zum Blues ja auch erst über Umwege, genauer gesagt, war das John Mayall. Damals begann ich, nach den Original-Interpreten zu forschen. Und ich war begeistert, befand aber auch, dass der gute John das auf seinen ersten Platten recht authentisch hinbekommen hatte....

Meine erste Hooker-Platte bekam ich jedoch auch erst 1971, als ein Kumpel von mir, etwas aus Hannover, wo er seinerzeit studierte, mitbrachte. Unter hinter der obigen AFBF'69 bin ich jahrelang hinterher gerannt, sie war schnell gestrichen. Eines Tages fand ich sie ausgerechnet in Irland, auf einem Grabbeltisch im Plattenladen, für sage und schreibe 1 PFUND!

Ach, und die Aufnahmen mit Junior Wells, zusammen mit dem Earl, sollten auch nicht unerwähnt bleiben....

Wahrscheinlich kennst Du diese Seite:

https://www.wirz.de/music/hookearl.htm

....ansonsten eine kleine Erinnerung daran....

so, und nun höre ich mir JOHN BRIM an........, remember - "Ice Cream Man"???
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Re: Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

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Gepostet: 04.08.2020 - 17:34 Uhr  ·  #6
diese seite kannte ich nicht; schier unglaublich ist die information zu allen aufnahmen, an denen
Earl Zebedee zwischen '52 und '69 mitgewirkt hat. es war sicherlich eine goldene zeit in der es
noch viele andere andere unverzichtbare schöpfer gab.

man stelle sich mal einen samstag abend in der west side, ca. 1958 vor; wild, schmutzig, gefährlich,
aber auch unendlich aufregend.

das du ausgerechnet in irland eine rare bluesplatte entdeckt hast, grenzt an ein wunder, denn
raritäten, egal welcher musikform, hats bei uns praktisch nicht gegeben. und wenn doch, waren
sie verschmutzt, verkratzt, unhörbar.

hier greift gerade Eddie Boyd den ersten akkord und Peter Green wartet darauf, daß ich endlich den
mund halte, damit sie alle richtig loslegen können: "7936 South Rhodes".
hören wir also zu!
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Re: Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

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Gepostet: 04.08.2020 - 17:56 Uhr  ·  #7
Hi badger, ich weiche einmal kurz ab vom Thema Hooker.

Neben ihm und Magic Sam gab es stets den 3. Gitarristen für mich, einer, der mich auch emotional packte.
Das war Jody Williams. Hier habe ich ganz aktuell ein Künstlerportrait eingestellt:

https://www.musikansich.de/ausgaben/0820/williams.html

Vielleicht interessiert Dich das ja auch, und vielleicht auch den einen oder anderen hier verbliebenen Bluesfreund....(?)

P.S.: Ja, WIRZ AMERICAN MUSIC ist eine wahre Stöbergrube, ich überprüfe da auch immer regelmässig, was mir noch so fehlt.... >_<
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Re: Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

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Gepostet: 06.08.2020 - 12:52 Uhr  ·  #8
auch dies ist ein sehr schöner artikel; gefällt mir natürlich.
ich muß ehrlich sein, Jody ist immer ein bißchen an mir vorbeigegangen; einfach deswegen,
weil er nicht sehr viel aufgenommen hat. einer meiner freunde hat eine einzige lp im schrank
und das wars auch schon.

nun werden hier so ziemlich alle großen und weniger großen namen gerne gehört, aber
irgend einer rutscht doch immer durch.

weil derzeit gerade Billy Boy Arnold's platten durchgehört werden, hab ich mal rumgefragt,
welche lieblings-harmonikaspieler die kumpels denn so haben...? Junior Wells, Carey Bell,
Sonny Boy Williamson, Little Walter, Big Walter Horton, B.B. Arnold..., die auswahl ist ja riesig.

für mich ist die blues-harp eines der wichtigsten instrumente überhaupt und ich mag die
harpisten eigentlich alle.

wer sind denn deine favoriten.
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Re: Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

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Gepostet: 06.08.2020 - 13:16 Uhr  ·  #9
Zitat geschrieben von badger


für mich ist die blues-harp eines der wichtigsten instrumente überhaupt und ich mag die
harpisten eigentlich alle.

wer sind denn deine favoriten.


nun, "aus dem Bauch heraus":

Little Walter, Jerry McCain, George "Harmonica" Smith, Papa Lightfoot bei den farbigen Bluesern...

James Harman, Paul Butterfield, Rod Piazza, Kim Wilson bei den Bleichgesichtern....
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Re: Earl Hooker - Rockin' Wild, 1952-1963 Recordings

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Gepostet: 06.08.2020 - 18:01 Uhr  ·  #10
na, da hast du sicherlich durch meine sammlung geschaut; steht ja alles hier.

darunter auch das für mich sensationellste harmonika-stück aller zeiten;
Papa George Lightfoot's 'Wine, Women, Whiskey'; (absichtlich) total übersteuert,
schmutzig bis zum geht nicht mehr, ich kenn nix, was da drankommt.
da ringt man noch heute nach luft, wenn Papa George direkt ins Harmonika-
Mikrophon (ohne umweg übers Gesangsmikro) röhrt.

und Little Walter..., wen hätte er nicht beinflußt und inspiriert.
Junior Wells hat Buddy Guy zum erstrahlen gebracht... und umgekehrt...

bei den Weißen gehen wir auch konform. James Harman: hab gerade die beiden cds
von '18 und '19 ins regal getan; Liquor Parking und Fineprint. 40 jahre unterwegs und
'Icepick' kanns immer noch. obwohl: ein neues 'Goatman Holler' wird er wohl nicht mehr
hinlegen.

Rod Piazza wird seit Dirty Blues Band und Bacon Fat-tagen gern gehört, das ist nun
55 jahre her, aber mit den Mighty Flyers wurde sein spiel erst richtig perfekt.

Paul Butterfield und Charles Musslewhite sind unbedingt zu nennen; ohne die gehts
auch nicht.

William Clarke magst du ja genau so wie ich; vielleicht zusammen mit Butterfield der
beste aller Weißen. vielleicht...
und wie wärs mit R.J. Mischo oder Mark Hummel?

aber auch die, die eher singen, als harmonica spielen, sind hier hochverehrt:
z.b. Kim Wilson; Rick Estrin; Michael Arlt. wer würde glauben, daß gerade aus
Hildesheim ein solch ungehobelter chromatischer schmutz kommen kann. Weltklasse!

schlußendlich: Sugar Ray & Bluetones; ... 'Too Far From The Bar' beschwert er sich...,
kann vielleicht nicht mehr so weit laufen, aber den mädels läuft er immer noch
hinterher und sülzt oder röhrt, wie es gerade paßt.

na, man kann da noch endlos lang namen auflisten.
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