Warren Wolf - Reincarnation

Und so zieht sich diese professionelle Lässigkeit durch das ganze Album, mit großem Unterhaltungswert und auf hohem musikalischem Niveau...

 
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Warren Wolf - Reincarnation

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Gepostet: 05.03.2020 - 19:11 Uhr  ·  #1
Warren Wolf - Reincarnation

Am 10.November 1979 wurde der US-amerikanische Jazz-Vibrafonist Warren Wolf in Baltimore geboren. Unter der Aufsicht seines Vaters lernte der Junior bereits im Alter von drei Jahren die Grundlagen des Spiels von Vibrafon, Marimba, Piano und Schlagzeug. Seit etwa 2005 ist er besonders aktiv in der internationalen Jazz-Szene, inklusive Zusammenarbeiten mit Bobby Watson oder Christian McBride.

So war seine Musik stets vom Jazz geprägt. Das sollte sich mit diesem neuen Album ändern, denn auf "Reincarnation" geht die Reise auch zum Rhythm & Blues und Soul. Das ist insofern auch eine Rückkehr zu dem, was ihn der Vater in jungen Jahren umfassend lehrte, eine Wiedergeburt also in diesem Falle.

Und wie man es gewohnt ist vom R & B, so darf auch gesungen werden, hier allerdings nicht auf allen Tracks, auf die Angaben im Line-up wird hingewiesen. Im “Smooth Intro“ trägt Marcellus “Bassman“ Shepard seine Botschaft allerdings nur kurz im Sprechgesang-Modus vor. Diese knappe Einleitung ist leider ausgeblendet und mag insofern allenfalls als Appetizer wirken.

Im Bereich des Smooth Jazz ist “For Ma“ ein wenig angesiedelt, aber noch nicht so smooth, dass es zur reinen langweiligen Unterhaltungsmusik verkommen würde, denn ein großer Anteil von Jazz ist noch vorhanden, der knackige Bass lenkt den Sound, zusammen mit dem Drummer, dann auch noch in Richtung Fusion. Und der Protagonist setzt darüber klare Linien mit seinem Vibrafonspiel.

Noch ein wenig knackiger rumort der Bass, schön tief in die Magengrube zielend, auf “Vahybing“, dieser Song ist wirklich total cool, dieses geschmeidige und lockere Zusammenspiel zwischen dem dominierenden und geerdeten Bass und den fliegenden Vibes. Ein wenig erinnert es mich an einige Titel von Herbie Mann, als dieser einst in den Siebzigern zusammen mit Roy Ayers einen hervorragenden Vibrafonisten an Bord hatte. Der gut sieben Minute lange Song steigert sich stimmungsmäßig und gehört für mich zu den Höhepunkten dieser Platte, genau hier ist man weit entfernt vom Smooth Jazz, hier ist es feinste Jazz-Rock-Fusion erster Klasse.

Der erste richtige Gesangstitel erscheint nun mit “In The Heat Of The Night“, denn der immer noch sprechende, oder in Barry White-Manier flüsternde Shepard wird brillant von Imani-Grace Cooper unterstützt, die sich geschmeidig einbringt mit ihrem ruhigen gefühlvollen Beitrag. An Bord ist hier ein Profi an der Gitarre, Mark Whitfield, der allerdings eher der Auskleidung dient anstatt solistische Höhenflüge anzutreten. Auf dem einzigen Song, der nicht von Wolf komponiert wurde, “For The Love Of You“ (von den Isley Brothers), sind Cooper und Whitfield noch einmal an Bord, und erneut ist ein wunderschöner Song, dieses Mal mit ganz dezentem Latin-Feeling, gelungen.

Und so zieht sich diese professionelle Lässigkeit durch das ganze Album, mit großem Unterhaltungswert und auf hohem musikalischem Niveau, mit “Vahybing“ als Höhepunkt und Anspieltipp!

Warren Wolf (vibraphone)
Brett Williams (Fender Rhodes - #1, 4, 6, 7, 10, piano - #2, 3, 5, 7–9)
Richie Goods (electric bass - #1–7, 10, upright bass - #8)
Mark Whitfield (guitar - #4, 6)
Carroll “CV” Dashiell III (drums, percussion - #1–8, 10)
Imani-Grace Cooper, vocals - #4, 6–8, background vocals -#5)
Marcellus “Bassman” Shepard (vocals - #1, 4, 7, 10)

1 Smooth Intro (2:09)
2 For Ma (4:59)
3 Vahybing (7:09)
4 In the Heat of the Night (6:55)
5 The Struggle (9:21)
6 For the Love of You (7:10)
7 Sebastian and Zoë (5:30)
8 Livin' the Good Life (5:29)
9 Come and Dance with Me (3:40)
10 Smooth Outro (1:29)



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Re: Warren Wolf - Reincarnation

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Gepostet: 05.03.2020 - 19:44 Uhr  ·  #2
...Barry White meets Vibraphone...sehr smooth das ganze...mit dem seichten Jazzgesinge ein gediegender Begleiter zum Dujardin in einer Hotelbar...ein Highlight ist für mich der Titel für seine Mama...
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