März 2020 Finch "Thunderbird"

 
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März 2020 Finch "Thunderbird"

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Gepostet: 29.02.2020 - 23:57 Uhr  ·  #1
Finch „Thunderbird“ -1976-



"Crystal Country George"

"One Nighter"

"Mushroom"

"Hey Spunky"

Manchmal schließt sich erst der Kreis nach 44 Jahren, so wie in diesem Fall. Als ich mich im Januar bei meinem Kumpel Jörg zu einer Musiksession traf, war es natürlich oberste Pflicht, nochmals sein Plattenregal durchzuschauen. Zu meiner völligen Überraschung fand ich dort in seinem Regal das Album „Thunderbird“ von der australischen Band Finch vor. Das Stück „Crystal Country George“ von ihnen hatte ich seinerzeit im Rahmen der NDR II Sendung „Musik für junge Leute“ erstmalig gehört und entsprechend auf mein Tonbandgerät aufgenommen. Seitdem war es jahrelang ein musikalischer Begleiter von mir geworden. Die LP selbst habe ich aber nie bei den Plattendealern meines Vertrauens vorfinden können. Letztlich geriet das gute Stück in Vergessenheit. Natürlich wurde diese Platte als erstes auf den Plattenteller gelegt und ist nun Gegenstand dieser Besprechung von mir.

Fast schon verhalten eröffnet das Hardrock geprägte Album mit dem Stück „Stay“, deren Leitmotiv sich auf der akustischen Gitarre mit einer ruhigen Gesangsmelodie verknüpft.

Danach wird mit dem Stück „Pink Spiders“ das Tempo spürbar angezogen und die Gitarren zeigen durch ihre markigen, aber auch feinfühligen Riffs, wo der Hammer hängt. Und letztlich entwickelt sich ein knackiges Rockstück, das durch seine begleitenden Rhythmen besticht.

Wer nun auf einen Boogie geprägten Song gewartet hat, wird mit dem Stück „Hey Spunky“ bestens bedient, um dieser Party weiterhin zu frönen. Gerade der angemessene Härtegrad des Stücks lässt der Phantasie keine Grenzen und lädt zum Headbangin geradezu ein.

Bei dem Folgetrack „Poser“ wird das Tempo wieder zurückgenommen und es dominieren die von Riffs geprägten Melodien. Trotz seiner verhaltenen Ausrichtung handelt es sich hier um einen interessanten Baustein dieser Platte.

Danach ist bei dem Stück „Crystal Country George“ wieder Kraftfutter im Sinne vom kernigen Hardrock angesagt. Hier sind die kräftige Stimme von Owen Orford sowie die Verschmelzung von powernden Gitarrenlinien und Melodien hervorzuheben. Die Leadgitarre weiß zudem ihre eigenen Duftmarken zu setzen.

Beim folgenden Midtempo Rocker „Sail Away“ schaffen die Musiker eine entspannte Atmosphäre, wo besonders das Schlagzeugspiel und die Gitarrenarbeit im Vordergrund stehen. Wer es lässig, aber auch zugleich zupackend mag, wird mit diesem Stück bestens bedient.

Der Song „Valley Of Tears“ zeigt wieder die entspannte Seite der Band. Trotz aller Zurückhaltung wissen die eingestreuten Soli, wie man das Feuer am Köcheln hält.

Danach begeben wir uns beim Stück „One Nighter“ wieder auf die Überholspur und es wird gerockt. Wer gerne tanzen mag, wird durch die aggressiven Riffs und die leidenschaftlichen Gitarrensolos geradezu dazu genötigt.

Der Longtrack „Mushroom“ bildet den Abschluss dieser Platte. Nach verhaltenem Start, der durch seinen Instrumentalpart geprägt wird, ist die sich anschließende melancholische Stimme das Bindeglied zu dem sich im Tempo immer mehr steigernden Song, der zwischen Melodramatik und hartem Rock hin und herpendelt und bei einer Laufzeit von annähernd 8 Minuten genügend Variationsmöglichkeiten der Band offenbart.
Trackliste:

Stay 3:09
Pink Spiders 3:15
Hey Spunky 3:44
Poser 3:45
Crystal Country George 5:08
Sail Away 3:49
Valley Of Tears 4:50
One Nighter 3:14
Mushroom 7: 56

Vocals: Owen Orford
Bass, Vocals : Tony Strain
Drums: Peter McFarlane
Guitar: Bob Spencer

Bandbackground: Die in Sydney/ Australien gegründete Band Finch existierte in dem Zeitfenster von 1973 – 1978 und brachte lediglich die hier beschriebene LP „Thunderbird“ heraus. Die 1978 eingespielte LP „Nothing To Hide“ firmierte bereits unter dem Bandnamen Contraband, als sie sich dem internationalen Markt öffnen wollten. 1979 brachten sie noch ein selbstbetiteltes Album heraus und danach war Schicht im Schacht. Finch bzw. Contraband hatten sich dem Hardrock der damaligen Zeit verschrieben und litten letztlich unter den ständigen Besetzungswechseln. Ihr bekanntesten Mitglied dürfte der AC/ DC Bassist Mark Evans gewesen sein. Das Album selbst ist sicherlich kein Meilenstein der Musikgeschichte, zeigt aber auf, wie vielschichtig die Musikszene Australiens damals war.
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Re: März 2020 Finch "Thunderbird"

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Gepostet: 01.03.2020 - 16:47 Uhr  ·  #2
Kraut- Brain, deine Wiederentdeckung darf ich für mich als Neuentdeckung einordnen. Nie von dieser Band vorher gehört, aber Hardrock vom 5. Kontinent ist auch bei mir sehr gut aufgehoben.

Die zeitliche Angabe von 44 Jahren läßt mich doch ein wenig zusammenzucken....
....1976 war ich in grün-oliv damit beschäftigt, die BRD gegen den "Warschauer Pakt" zu schützen. o)

Vielen Dank für diese interessante Vorstellung !
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Re: März 2020 Finch "Thunderbird"

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Gepostet: 02.03.2020 - 10:06 Uhr  ·  #3
1976 war schon klar das ich nicht in oliv grün meine Freizeit verbringe. Also habe ich die Zeit mit sinnvolleren Dingen verbracht. Allerdings wären Finch nicht meine musikalischen Begleiter gewesen. Das ist heute wie damals eher harmlos als kraftvoll. Nett anzuhören aber das war es.
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Re: März 2020 Finch "Thunderbird"

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Gepostet: 02.03.2020 - 11:29 Uhr  ·  #4
Zitat geschrieben von Tom Cody

Kraut- Brain, deine Wiederentdeckung darf ich für mich als Neuentdeckung einordnen. Nie von dieser Band vorher gehört, aber Hardrock vom 5. Kontinent ist auch bei mir sehr gut aufgehoben.

Die zeitliche Angabe von 44 Jahren läßt mich doch ein wenig zusammenzucken....
....1976 war ich in grün-oliv damit beschäftigt, die BRD gegen den "Warschauer Pakt" zu schützen. o)

Vielen Dank für diese interessante Vorstellung !


...hat wohl geklappt - ich hab' keinen von denen hier gesehen :D
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Re: März 2020 Finch "Thunderbird"

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Gepostet: 02.03.2020 - 11:33 Uhr  ·  #5
Wenngleich das Genre "Hardrock" nicht in mein Beuteschema passt, habe ich hier anlässlich der ausführlichen und neugierig machenden Rezi in einige Stücke reingelauscht. Manches gefällt, das komplette Album "on Block" wäre mir allerdings zu viel - bin halt Warmduscher.

Bleibt ein "thx" für die informative Vorstellung sowie die Bereicherung der Wiederentdeckungs-Ecke 8)
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Re: März 2020 Finch "Thunderbird"

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Gepostet: 08.03.2020 - 11:40 Uhr  ·  #6
Danke Kraut Brain für deine Vorstellung.
Klingt interessant und habe es mir natürlich auch gleich angehört.
Ja hat was, der typische Hardrock dieser Zeit.

Was mich noch interessieren würde, wie bist du dann zu dieser Scheibe gekommen ?
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Re: März 2020 Finch "Thunderbird"

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Gepostet: 09.03.2020 - 10:29 Uhr  ·  #7
Erst einmal vielen Dank für die eingebrachten Anmerkungen zu meiner Rezi .....

@xanadu: Im ersten Absatz meiner Rezi habe ich den Hintergrund und das Wiederentdecken dieser wahrlich seltenen Platte beschrieben, die bis zum heutigen Tage nur als LP erhältlich ist. Und für das Sammlerstück muss man mittlerweile 50 Euronen auf den Tisch blättern. Ich selbst besitze die Platte nicht.

Und mit dem Satz "Der typische Hardrock dieser Zeit" bringst du die Musik dieser Band auf den Punkt.

@badMoon: Wenn es um das bloße Duschen geht, bin ich ganz bei dir. Auch bei mir ist die Armatur natürlich auf "warm" eingestellt. Die Musik selbst finde ich gar nicht so hart, man hätte sie auch im Bereich des Rocks verkarten können.

@Tom Cody: Es ist schon erstaunlich, was es so alles an Tonträgern gibt und auch immer mal wieder von bestimmten Plattenfirmen ausgegraben wird. Aber in diesem Fall dürfte ich der einzige sein, der in diesem Forum die Platte überhaupt kannte.

@OMM: Man kann einfach nicht alles gut finden und das ist auch gut so.

Mir war aber zum Thema "Wiederentdeckt" wichtig, mal etwas zu präsentieren, was nicht schon 324 Mal im Brezel oder andernorts gelaufen ist.
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Re: März 2020 Finch "Thunderbird"

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Gepostet: 10.03.2020 - 14:04 Uhr  ·  #8
Schöne Vorstellung einer mir bis dato gänzlich unbekannten Band!

Die YT-Beispiele gefallen mir gut und und irgendwo
bin ich gar nicht böse, daß dieses Schätzchen nicht
mehr erhältlich ist .
Irgendwann ist´s auch mal gut mit den Zukäufen.
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Re: März 2020 Finch "Thunderbird"

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Gepostet: 10.03.2020 - 21:30 Uhr  ·  #9
Danke für das Ausgraben des Album. Kannte ich nicht. Jetzt schon und ich muss sagen, dass es mir gefällt. Nicht spektakulär, aber Musik, die ich mir immer anhören kann. Lockerer Härtegrad zum Mitwippen. Das ist schon mal was.
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Re: März 2020 Finch "Thunderbird"

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Gepostet: 15.03.2020 - 17:01 Uhr  ·  #10
@freaksound/ @holger_fischer: Schön, dass ich euch beide mit auf die musikalische Reise von der Band Finch mitnehmen und hiermit eine nahezu unbekannte Band vorstellen konnte.
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