Jeremy Nail - Ghost Of Love

Der Musiker scheint in sich zu ruhen und vermag dieses einer geneigten Hörerschaft auch zu vermitteln.

 
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Jeremy Nail - Ghost Of Love

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Gepostet: 27.12.2019 - 19:56 Uhr  ·  #1
Jeremy Nail - Ghost Of Love

Jeremy Nail ist in Texas aufgewachsen und dort auch wohnhaft. Bereits nach zwei Songs muss ich feststellen, dass der Mann offensichtlich zur Entschleunigung aufruft. Die Stimmung ist sehr zurückgehalten und wirkt so, als wäre sie aus Momenten des Innengekehrten entstanden sein. Stimmlich fällt mir spontan der ähnlich zurückhaltend wirkende Gesang eines Kollegen aus Seattle ein, Michael Tomlinson, der allerdings ebenso wenig bekannt sein dürfte wie Nail.

Schade eigentlich, denn die Wärme der Musik umhüllt stets watteweich, durch die akustische Gitarre oder die Mandoline im ersten Song werden fernöstlich klingende Sprenkel eingefügt, und das Akkordeon verbreitet ebenfalls Gemütlichkeit. Mit “Clarksville“ geht es dann noch eine Spur entschleunigter weiter. Diese Musik wirkt mitunter schon fast gespenstisch, so unwirklich klingt diese Atmosphäre. Der Musiker scheint in sich zu ruhen und vermag dieses einer geneigten Hörerschaft auch zu vermitteln. Sympathisch, freundlich, zugeneigt, trotz mitunter scheinbarer Emotionslosigkeit ist die Musik tatsächlich äußerst emotional geprägt. Gelegentlich sind es ein kurzer verhallter Gitarreneinsatz oder kurze Momente anderer Instrumente, die aus der Lethargie abheben.

Doch – halt! “Nothing But A Song“ ist ein ganz wenig uptempo, doch die Stimmung bleibt die gleiche schöne. Fast schon hypnotisierend begleitet uns Jeremy Nail durch seine neun Eigenkompositionen, textlich inhaltlich auch nachzuvollziehen aus den abgedruckten Texten. Gesamtheitlich betrachtet ist es eine sehr poetische Atmosphäre, die uns begleitet. Selten ist mir Ähnliches über den Weg gelaufen in den letzten Jahren. Farbe inmitten der Tristesse bieten die jeweiligen Nuancen jedes einzelnen Songs, so dass man gern näher zuhören sollte, um davon auch nichts zu verpassen. Wunderschöne Klänge zur Ruhefindung, zum Nachdenken, und zum Lesen der bedeutungsvollen Texte.

Jeremy Nail (vocals, harmony vocals, acoustic guitar, electric guitar, resonator guitar, 8-string baritone acoustic guitar, mandolin)
Bukka Allen (keyboards, accordion, harmonium, Farfisa organ, Hammond B 3)
Bettysoo (harmony vocals)
Greg White (bass, acoustic guitar - #2, octave 12 - #7, ghost strings - #5, cello - #6)
Jeremy Menking (electric guitar - #1)
Pat Manske (drums, percussion)

1 Ghost Of Love
2 Clarksville
3 Nothing But A Song
4 Windmill
5 Paradise
6 Angels Will Fall
7 Broken
8 Standing On The Beach
9 Second Wind



http://www.jeremynail.com/
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