Dezember 2018 - Meredith Monk - Dolmen music (1981)

 
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Dezember 2018 - Meredith Monk - Dolmen music (1981)

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Gepostet: 01.12.2019 - 15:40 Uhr  ·  #1
Meredith Monk - Dolmen Music (1981)




1. Fear And Loathing In Gotham - Gotham Lullaby 4:17 Live 2004)
Meredith Monk & Collin Walcott

2. Education Of The Girlchild - Travelling 6:19
Meredith Monk & Collin Walcott


3. Education Of The Girlchild - The Tale 2:49
Meredith Monk & Collin Walcott & Steve Lockwood

4. Education Of The Girlchild - Biography 9:28 Mix aus der Performance dazu)
Meredith Monk & Collin Walcott


5. Dolmen Music 23:47
Meredith Monk & Andrea Goodman & Monica Solem & Paul Langland & Julius Eastman & Robert Een


Meredith Monk — voice, piano
Collin Walcott — percussion (tracks 1-4), violin (tracks 1-4)
Steve Lockwood — piano (track 3)
Andrea Goodman — voice (track 5)
Monika Solem — voice (track 5)
Paul Langland — voice (track 5)
Robert Een — voice (track 5), cello (track 5)
Julius Eastman — voice (track 5), percussion (track 5)

Mein Wiederentdeckt zum Jahresende ist nichts für Anhänger von Rockmusik oder ähnlichen Sounds :-), sondern wieder etwas für sehr entdeckungsfreudige Menschen, die auch Klängen aus der eher "akademischen" Musikwelt etwas abgewinnen können.

Ich habe leider keinerlei Erinnerung mehr, wann und wie ich auf diese CD und den Nachfolger "Turtle Dreams" gekommen bin. Ich weiß nur, ich habe die beiden CDs zeitgleich hier in Hannover im damaligen SATURN-Shop in Linden gekauft, also irgendwann ab 1985. Eigentlich gibt es nur wenige Möglichkeiten: eine Radiosendung gehört, wo was daraus kam; eine Review gelesen oder aber irgendwo was gelesen als Querverbindung zu Musik, die ich schon kannte und mochte. Aber egal was der Anlass war, als ich die Aufnahme (und da speziell den Titelsong) gehört habe, war ich ob dieser damals für mich sehr fremden Klänge begeistert.

Ich schätze, dies Aufnahme ist meine erste, die mir Musik schmackhaft gemacht hat, die nun rein gar nix mehr mit Rockmusik oder Musik aus deren Umfeld zu tun hat. Meredith Monk ist eine amerikanische Künstlerin, Tanz, Musik, Film, alles das macht sie und für mich sind Musikerinnen wie Björk ohne Monk nicht denkbar. (Björk hat das erste Stück übrigens auch gecovert).

Dolmen Music ist ein Werk für drei Frauen- und drei Männerstimmen, Violoncello und Percussion, auf anderen Stücken gibt es auch ein Piano zu hören. Der Titel bezieht sich übrigend auf die Megalith-Anlage La Roche-aux-Fées in der Bretagne. Wesentliches Merkmal sind also die Stimmen, mal nur von Meredith Monk, mal auch zusammen mit den anderen. Dabei muss man wissen, es gibt keinen Gesang im klassischen Sinn, die Stimmen erzeugen reine Laute, keine sinnhaften Worte oder Texte. Rhythmen, Melodien werden nur damit erzeugt. Die wenigen Instrumentaleinlagen unterstützen dies nur. Entsprechend ist die Musik sehr frei, mal hymnisch, mal hysterisch, aber für mich immer hypnotisch. Wie bei ihr üblich, sind die Stücke bei den Proben entstanden, es gab keinerlei Notationen vorher.

Insgesamt gesehen also eher "harte Kost", aber für mich wieder eine stilprägende Aufnahme, die mich in neue Richtungen geschubst hat. Übrigens hervorragend produziert und bei ECM erschienen.

Da es auf der Tube kaum freie Ausschnitte gibt, habe ich versucht, adäquates zu fínden und zu verlinken. Viel Spaß beim reinhören.
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Re: Dezember 2018 - Meredith Monk - Dolmen music (1981)

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Gepostet: 01.12.2019 - 18:03 Uhr  ·  #2
Nix harte Kost, das ist einfach schöne Musik! Dürfte meine erste ECM CD aus der Serie "ECM New Series" gewesen sein. Leider habe ich es in Summe nur auf drei Meredith Monk CDs gebracht: besagte "Dolmen Music", "Turtle Dreams" (ECM New Series) sowie auf wergo spectrum die CD "Our Lady of Late" (rec. 1973), 1986/88 auf Schott Wergo.

Danke für die Vorstellung, das Resultat ist, dass die Scheibe mal wieder im Player landete!

radiot grüßt! 8)
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Re: Dezember 2018 - Meredith Monk - Dolmen music (1981)

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Gepostet: 01.12.2019 - 18:14 Uhr  ·  #3
@radiot. habe es korrigiert :-) Hat man davon, wenn nicht die CD im Player landet, sondern man nur mal den Stream nutzt. Ich selbst finde das auch nicht als "harte Kost", aber ich kenne die Pappenheimer hier ;-)

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Re: Dezember 2018 - Meredith Monk - Dolmen music (1981)

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Gepostet: 01.12.2019 - 19:22 Uhr  ·  #4
Bin immer wieder erstaunt über diese facettenreiche Musik Streuung. Diese Form von Musik war mir bislang total unbekannt, aber es klingt interessant.
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Re: Dezember 2018 - Meredith Monk - Dolmen music (1981)

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Gepostet: 01.12.2019 - 19:35 Uhr  ·  #5
Mit Sicherheit kein Mainstream. Eher ein Wagnis. Für den/die Hörer/in. Ein Aufbruch in ungewohnte Klangwelten. Risiko der Überforderung und des Unverständnisses für die Ohren und das Gehirn. Ich werde wohl nicht reinhören. Auch wenn ich neuem manchmal aufgeschlossen bin wird diese musikalische Darbietung genauso wenig wie die Namensgebenden Dolmen sich bewegen bei mir irgendwas bewirken. So Open minded werde ich wohl nicht mehr.
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Re: Dezember 2018 - Meredith Monk - Dolmen music (1981)

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Gepostet: 01.12.2019 - 20:00 Uhr  ·  #6
... ich habe mir über all die Jahre den fast kompletten 70ee und teilweise 80er Katalog von ECM durchgehört... mit Meredith Monk konnte ich damals und werde ich trotz Deiner schönen Vorstellung auch heute nichts anfangen können... absolut nicht meine Welt...
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Re: Dezember 2018 - Meredith Monk - Dolmen music (1981)

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Gepostet: 02.12.2019 - 11:52 Uhr  ·  #7
Zitat geschrieben von OldMcMetal

Mit Sicherheit kein Mainstream. Eher ein Wagnis. Für den/die Hörer/in. Ein Aufbruch in ungewohnte Klangwelten. Risiko der Überforderung und des Unverständnisses für die Ohren und das Gehirn. Ich werde wohl nicht reinhören. Auch wenn ich neuem manchmal aufgeschlossen bin wird diese musikalische Darbietung genauso wenig wie die Namensgebenden Dolmen sich bewegen bei mir irgendwas bewirken. So Open minded werde ich wohl nicht mehr.


Tja, das hat man dann halt. :D Wer dreißig Jahre nur, frei nach Gabriel Garcia Metalez' "30 Jahre Einsamkeit", Metal hört, der ist auf alle Ewigkeit verloren(?). Beiseite Spaß. Musik hat ja schon immer interessiert, vor allem aber dann auch die Klänge und Musik, die mit der "Üblichen" so gar nicht konform gingen. Bestes Beispiel ist für mich immer dieses hier



Krzysztof Penderecki - Jutrznia (The Entombment of Christ) - Utrenja (The Resurrection of Christ) - Polskie Nagrania Muza - SX 889-890 Doppel-LP, 1972

Das war meine erste Begegnung mit Oper überhaupt. Allerdings - im üblichen musikalischen Sinne hat diese Oper mit den herkömmlichen nicht so viel zu tun. Am besten mal rein hören, dann wird die Sache verständlich. Weiter ging es dann mit





Und wer meint, dies sei alles nichts und man könne sich das nicht anhören: Den Film "Shining" kennt wohl fast jeder hier. Der größte Teil der Filmmusik ist von wem? Richtig! Krzysztof Penderecki! Volle Punktzahl auf der nach oben offenen Skala.

Moderne Klänge, auch die elektronisch erzeugten, waren in den 70er Jahren durch bestimmte und bekannte Musikgruppen sehr erfolgreich. Aber schon vorher gab es viele Bestrebungen, elektronisch erzeugte Klänge, die dazu noch ganz anders klangen als z.B. rockmusikalische Stücke, an den Musikliebhaber und Plattenkäufer zu bringen. Mein erster eigener Kauf in dieser Sache war, landschaftsbedingt, diese Scheibe hier:

https://www.discogs.com/de/Var…ter/237910

Das ist musique concrète, von der man damals schon mal was hörte, aber nichts gehört hat. Auch landschaftsbedingt.

Und da verwundert es also nicht, dass für mich Meredith Monks Musik absolut kein "Aufbruch in ungewohnte Klangwelten, kein Risiko der Überforderung und des Unverständnisses für die Ohren und das Gehirn" war. Ich war vorher schon entsprechend konditioniert. Oder hoffnungslos verloren.

radiot grüßt! 8)

P.S.: Ein sehr guter Sampler ist dieser hier


OHM - The early Gurus of Electronic Music 1948-1980

Sehr empfehlenswert ist diese CD. Ruhige, fast zu schöne Klänge!


Arvo Pärt "Alina" ECM New Series, 1999
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Re: Dezember 2018 - Meredith Monk - Dolmen music (1981)

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Gepostet: 02.12.2019 - 15:31 Uhr  ·  #8
@Radio
Sei nicht so hart zu mir. Mir fehlt leider intellektuelle Hintergrund. Oder im John Lennon zu zitieren
" I always love simple rock"
Vielleicht ist auch mein Musiklehrer schuld, der uns mit Jazz Didaktik, Stockhausen und E-Musik im allgemeinen belehrte und das wahre Moderne dabei vergass. Es gibt sicherlich einen ästhetischen Anspruch in der musikalischen Darbietung, egal ob Dolmen Music, das Geheimnis der bulgarischen Stimmen, den Gesang der Buckelwale oder Free Jazz. Ich erkenne ihn bloss nicht.
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Re: Dezember 2018 - Meredith Monk - Dolmen music (1981)

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Gepostet: 02.12.2019 - 17:37 Uhr  ·  #9
Zitat geschrieben von OldMcMetal

@Radio
Sei nicht so hart zu mir. Mir fehlt leider intellektuelle Hintergrund. Oder im John Lennon zu zitieren
" I always love simple rock"
Vielleicht ist auch mein Musiklehrer schuld, der uns mit Jazz Didaktik, Stockhausen und E-Musik im allgemeinen belehrte und das wahre Moderne dabei vergass. Es gibt sicherlich einen ästhetischen Anspruch in der musikalischen Darbietung, egal ob Dolmen Music, das Geheimnis der bulgarischen Stimmen, den Gesang der Buckelwale oder Free Jazz. Ich erkenne ihn bloss nicht.


Ich versichere dir - der intellektuelle Hintergrund fehlt mir auch. Ich hatte nur die falschen Freunde, die waren alle so drauf.

radiot grüßt! 8)
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