Hong Faux - The Crown That Wears The Head

 
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Hong Faux - The Crown That Wears The Head

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Gepostet: 26.07.2019 - 15:43 Uhr  ·  #1
Hmmm, ...Metal? Rock? Alternativrock? Stoner? Strompop? Ich denke, hier lassen sich einige Schubladen finden - nur, wo ich die Scheibe verstauen würde, weiß ich noch nicht so recht. Aber - erst einmal liegt sie ja neben dem Player.

Grollende Gitarrenläufe - Black Sabbath lassen grüßen. Gesang - da klingelt ab und an Nirvana durch. Meine Holde hatte gar Assoziationen zu Jonathan Wilson oder CSN&Y. Zeit, ein wenig genauer zuzuhören. Also, auf geht's.

Hong Faux - The Crown That Wears The Head / Schweden / 2012

Im Player rotiert das Debutalbum dieser schwedischen Truppe und wartet auf die Starttaste. Gedrückt, und sofort rollt wie eine Stampede der Opener ---> Present Tense - Less durch die Membranen. Das rockt gewaltig, klingt nach "back to the 70s", fette Fuzzgitarre, satter Bass, vorwärtspreschende Drums und Niklas Seréns Gesang sorgen für einen würdigen Einstieg.

"Back to the 70s", das könnte auch das Motto dieser Scheibe gewesen sein. Alles klingt schön retro - , ...positiv, wohlgemerkt. Da wirkt nichts bemüht, vielmehr versprüht das Album eine Menge Spaß, Frische und Lockerheit, die die kurze Spieldauer von lediglich 33 Minuten wie im Flug vergehen lassen.

Zieht der Opener noch wie ein ICE durch die Wohnstube, geht es bei ---> Feign Death To Stay Alive schon ein wenig gebremster, deswegen aber nicht weniger lust- und druckvoll zur Sache. Bereits beim zweiten Song der Scheibe ist zu hören, wie variabel Seréns' Gesangsstimme ist. Klasse, das gefällt!

Hatte ich eingangs auf BLACK SABBATH verwiesen? Voilà - der ---> Bad City Blues grüßt. Was sich da unter dem Kopfhörer, leise und im Hintergrund an feinen Nebengeräuschen abspielt, macht, versteckt hinter dem satt groovendem Song eine Menge Spaß.

Die Schweden machen es wahrlich nicht leicht, einen der auf der Platte verewigten acht Songs besonders hervorzuheben. Das ganze Album ist einfach eine schöne, runde, homogene und abwechslungsreiche Sache. Bester Sound im Retrogewand. So kann ich ruhigen Gewissens neben den bereits oben erwähnten Bands einen weiteren Vergleich ziehen. Wem also diese Scheibe gefällt, der sollte auch ein Ohr riskieren bei Graveyard - Hisingen Blues oder ---> Gingerpig - Hidden From View.

Die Vielfalt der Band lässt sich leicht anhand zwei weiterer Songbeispiele aufzeigen. Während --->Deathmatch eine satte, fette Gaspedalnummer ist, schnurrt Sparrow Hills geradezu gemütlich aus den Boxen - abgesehen von den knackig-harten Riffs, die auf jedem der Songs zu hören sind.


Sparrow Hills

Sollte The Crown That Wears The Head zünden, bin ich mir sicher, dass dieses Album viele Runden im Player drehen wird. Ein sattes, leider viel zu kurzes Debut mit einer gewissen Portion "Mehr-Davon", was mittlerweile durch einige Nachfolgealben gestillt werden kann.

Achso - die Schublade. Ich hab es mal unter "Rezensionen - Hard & Heavy" einsortiert. Ich denke, die Platte wird dort keine Bauchschmerzen bekommen... 8)

Setlist
Present Tense-Less
Feign Death To Stay Alive
Hit Hard Hit First
Bad City Blues
Deathmatch
Pearlgarden
Jack Of Clubs
Sparrow Hills

Mehr davon hier:

Hong Faux - Live Rockpalast 2013
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Re: Hong Faux - The Crown That Wears The Head

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Gepostet: 27.07.2019 - 18:05 Uhr  ·  #2
Es ist schon erstaunlich, dass ein Land wie Schweden mit knapp 10 Millionen Einwohner über Jahrzehnte hinaus immer wieder Bands nach oben spült, die musikalisch ihren Stempel auf den musikalischen Landkarten hinterlassen haben. Zumindestens europaweit dürfte dieses auch auf Hong Faux zutreffen, zumal sie in den entsprechenden Mags gewürdigt wurden.

Nach meinem Kenntnisstand hat die Gruppe zwei Alben herausgebracht, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihr ursprünglich gesangsorientierter Alternativ- bzw. Hardrock wandelte auf der zweiten Platte immer mehr in Richtung Mainstream und verlor auf diese Art und Weise, zumindestens in meinen Augen, an Bedeutung.

Ihre erste Einspielung "The Crown That Wears The Head" zeigt verschiedene musikalische Spielarten auf, die sich in der Tat in der Gemengelage von Hardrock, Stoner, Alternativrock und in zarten Ansätzen auch Metal erstrecken. Und das Ganze passt sogar sehr gut zusammen, weil die Band in ihren Musikstücken sich entwickelnde Inhalte erschaffen, die gesanglich von Niklas Seren bestens begleitet werden.

Die von badMoon beschriebenen grollenden Elemente habe ich nicht so wahrgenommen, weil ich mit dem Metal wahrscheinlich vertrauter bin und bisweilen wesentlich härtere Spielarten verkoste.

Trotzdem fand ich es schön, dass die Band des "Gefälschten Hong" oder was auch immer der Bandname zu bedeuten hat, hier im Forum mal etwas näher vorgestellt worden ist. Auch das setzt Impulse frei, mal im sprichwörtlichen Sinne über den Tellerrand zu schauen. Fans von Queens Of The Stone Age oder Foo Fighters sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren.

Abschließend nochmals Danke für diese zündende und sehr blumige Rezi .....
DJ
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Re: Hong Faux - The Crown That Wears The Head

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Gepostet: 28.07.2019 - 09:28 Uhr  ·  #3
Ich habe die Truppe bei meiner Rezension ein wenig mehr Richtung Stoner gerückt, natürlich mit Retro-Anstrich:
Hong Faux - The Crown That wears The Head

Und es stimmt auch, dass der Nachfolger leider eher schwächlich war und in eine etwas andere Richtung fuhr.
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