LINK WRAY - SAME (1971)

 
badger
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LINK WRAY - SAME (1971)

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Gepostet: 29.07.2012 - 14:00 Uhr  ·  #1
Link Wray - Same (1971)

01 "La De Da" (Steve Verroca) - 4:04
02 "Take Me Home Jesus" (Steve Verroca) - 3:21
03 "Juke Box Mama" (Steve Verroca) - 4:29
04 "Rise and Fall of Jimmy Stokes" (Steve Verroca) - 4:02
05 "Fallin' Rain" (Link Wray) - 3:44
06 "Fire and Brimstone" (Link Wray) - 4:21
07 "Ice People" (Link Wray) - 3:03
08 "God Out West" (Steve Verroca) - 3:54
09 "Crowbar" (Link Wray) - 4:48
10 "Black River Swamp" (Link Wray) - 3:58
11 "Tail Dragger" (Willie Dixon) - 4:32



Der 1929 geborene Shawnee-Indianer hatte 1958 mit 'Rumble' und
'Rawhide' zwei instrumentale Rock'n'Roll-Hits, die man noch bis in
die 90er jahre immer mal wieder im radio hören konnte.
Ihm wird die entwicklung des 'power chord' zugeschrieben, eines
äußerst kräftig gespielten akkordes ('Der Lautsprecher-Zerreißer')
der seit jahrzehnten alle möglichen gitarristen irgendwo zwischen
garage und heavy metall beeinflußt.

auf 'Same' spielt Link gitarre und dobro und da kann man sich
fast schon denken, daß es diesmal in eine andere richtung geht;
unterstützt durch drums und percussion (von Bruder Doug und Steve
Verroca), piano, orgel, mandoline und bass hat Link sich soweit
'zurückgelehnt', daß er dem 'Meister Der LaidBackheit', J.J.Cale
die größte konkurrenz erweist.

ja, hier gibts swamp rock im mid-tempo; mit viel country, blues,
southern soul und folk-einflüssen und einer reibeisenstimme, die sehr an
J.J. oder auch schon mal an Tony Joe White erinnert.

Lautsprecherfressenden fuzzzzz suchst du hier vergeblich, hier wird
verhalten und bedächtigt gezupt, dafür aber gehts bei 'La De Da'
gleich mit einem sehr emotionalen soulrocker los, komplett mit
piano-intro und backup-chor. 'Take Me Home Jesus' läßts fast
schon erahnen, kurzes piano-intro, dazu mandoline und dann gibts
ein bißchen 'country-picking'.
Das 'Juke Box Mama' tatsächlich NICHT von J.J. Cale geschrieben wurde,
ist schwer zu glauben, denn hier gibts die so vertrauten country-klänge
satt; vorne dobro, hinten dieser southern soul gesang, natürlich wieder
mit fein daherklimperndem piano und sehr wohltemperierter perkussion.

für 'Rise And Fall Of Jimmy Stokes' wird das tempo nochmal
zurückgefahren; leise weint da eine gitarre vor sich hin, während
bassist und drummer höllisch aufpassen, daß sie ihre teuren
instrumente nicht verkratzen... leg dich zurück und genieße..., das ist
einfach nur seelenberuhigend schööööön.

und wird mit 'Fallin Rain' und dann 'Fire And Brimstone' noch besser;
zweimal ein richtig zu herzen gehendes mittempo; wieder
diese reibeisenstimme, aber ruhig, sogar beruhigend; wieder ein
bißchen piano dabei und verhaltener rhythmus;
spätestens jetzt wäre die gelegenheit, vor Rührung zu Heulen (wenn
nicht jetzt, wann dann).

es geht ruhig weiter; 'Ice People' liefert hier ein paar piano-tupfer, da
ein wenig von jener orgel, die dir wie ein samthandschuh über die
seele fährt; 'Go Out West' ist ein optimistischer kleiner rocker
(...'sing hallelujah...') für den tagesbeginn indem Link tatsächlich ein
kleines fuzz-solo versteckt hat.

und dann kommt eins der ungewöhnlichsten liebeslieder, das du je
gehört hast; Link bittet: laß mich dein Brecheisen (!) sein ('Crowbar');
mit dobro und stimme gehts los, nach acht takten setzt das piano ein und
nach weiteren acht fällt dem drummer ein, daß er jetzt langsam mal
seine felle streicheln könnte.
und endlich spielt Link ein paar weinende gitarrentupfer, die dir den
zahnschmerz aus dem backenzahn ziehen könnten.
ein stück, zu dem das taschentuch zwingend mitzuliefern ist.

'Black River Swamp' ist die vielleicht unauffälligste nummer;
irgendwo country und folk mit nur wenig rock, aber viel mandoline
und souligem chor.
'Taildragger', ist die einzige fremdkomposition, wieder dominiert das
dobro und irgendwann schleicht sich die orgel dazu; daß rockt so
verhalten, daß man kaum ans original von Wilie Dixon/Howlin' Wolf
denkt.

diese art von musik erschließt sich meist erst mit dem zweiten,
dritten hören, aber dann wächst sie... und wächst... und wächst.

es gibt nicht viele scheiben, auf denen mir wirklich alle stücke
gefallen, aber dies ist eine davon.

und ich SUCHE HÄNDERINGEND nach dem nachfolger
BEANS AND FATBACK!
firebyrd
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Re: LINK WRAY - SAME (1971)

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Gepostet: 29.07.2012 - 14:31 Uhr  ·  #2
Mein Lieblingssong von ihm ist schon etwas älter, und zu der Zeit, als er eher für Instrumentaltitel bekannt war, stellte er eine Mörderversion von "Ain't That Lovin' You Baby" von Jimmy Reed vor, die mich noch immer von den Socken haut.

Aber auch hier kann mich die Musik anmachen, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel, das ist beileibe nicht mehr effekthaschend, sondern cooool und laidback mit gewöhnungsbedürftigem Gesang, aber individuell und irgendwie essentiell...

Ich habe die Scheibe als Teil von "Wray's Three Track Shack ", zusammen mit "Beans And Fatback" und "Mordecai Jones", man sollte sich das Teil gönnen....

wegen BEANS kuckste z.B. hier, guter Dachs:

http://www.grooves-inc.de/adva…&x=47&y=16
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Re: LINK WRAY - SAME (1971)

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Gepostet: 29.07.2012 - 19:13 Uhr  ·  #3
Zitat
diese art von musik erschließt sich meist erst mit dem zweiten,
dritten hören, aber dann wächst sie... und wächst... und wächst.


Oh ! Wie rechts du hast Badger ! Die erste und dritte Teil diese Sessions habe ich nur als schlechte Vinyl-Copy. Volle knistern und Sprunge. Deswegen folgte ich Wolfgang's Tip und bestellte ich gerade bei Groovers diese Doppel-CD.

Danke FB !

Habt ihr etwas von diese Band gehört ? Lohnt es sich um die Studien über Würzel der gute Musik zu vertiefen ?

http://www.kaleidoscope-music….ts_id/9691
badger
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Re: LINK WRAY - SAME (1971)

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Gepostet: 18.02.2013 - 22:04 Uhr  ·  #4
Zitat geschrieben von firebyrd

Mein Lieblingssong von ihm ist schon etwas älter, und zu der Zeit, als er eher für Instrumentaltitel bekannt war, stellte er eine Mörderversion von "Ain't That Lovin' You Baby" von Jimmy Reed vor, die mich noch immer von den Socken haut.

Aber auch hier kann mich die Musik anmachen, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel, das ist beileibe nicht mehr effekthaschend, sondern cooool und laidback mit gewöhnungsbedürftigem Gesang, aber individuell und irgendwie essentiell...

Ich habe die Scheibe als Teil von "Wray's Three Track Shack ", zusammen mit "Beans And Fatback" und "Mordecai Jones", man sollte sich das Teil gönnen....

wegen BEANS kuckste z.B. hier, guter Dachs:

http://www.grooves-inc.de/adva…&x=47&y=16


hab ein bißchen gebraucht, bis ich deinen tip umgesetzt habe (soll heißen, bis der preis der box
etwas runter ging), aber ich glaube es hat sich gelohnt. (obwohl 'Mordecai...' etwas gewöhnungs-
bedürftig ist)
das war wohl die (für mich) kreativ interessanteste periode; hab kürzlich noch 'Link Wray's Rumble' (1974) und 'Stuck In Gear ('75) an land gezogen.

auf der anderen seite wächst die lust, auch die frühen sachen aus den 50ern/60ern zu versuchen.
firebyrd
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Re: LINK WRAY - SAME (1971)

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Gepostet: 19.02.2013 - 14:10 Uhr  ·  #5
Tja, wegen der frühen Sachen bist Du natürlich auf Sampler angewiesen.

Bei mir steht das wirklich empfehlenswerte Teil "Rumble, The Best Of Link Wray", auf RHINO erschienen.

Eines meiner absoluten 'Knallertitel' ist dort enthalten, der Vokaltitel "Ain't That Lovin' You Babe" (das von Jimmy Reed), der geht so trocken ab, höre ihn Dir mal an!

Wolfgang
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Re: LINK WRAY - SAME (1971)

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Gepostet: 19.02.2013 - 20:56 Uhr  ·  #6
Zitat geschrieben von firebyrd

Tja, wegen der frühen Sachen bist Du natürlich auf Sampler angewiesen.

Bei mir steht das wirklich empfehlenswerte Teil "Rumble, The Best Of Link Wray", auf RHINO erschienen.

Eines meiner absoluten 'Knallertitel' ist dort enthalten, der Vokaltitel "Ain't That Lovin' You Babe" (das von Jimmy Reed), der geht so trocken ab, höre ihn Dir mal an!

Wolfgang


'Ain't That Lovin' You..' hab ich schon auf 'I'm Jimmy Reed' und eigentlich gehts mir nicht so sehr
um cover-versionen, aber du hast mich trotzdem neugierig gemacht und bei mir wächst der wunsch
die mittlerweile von 1 auf 5 gestiegene Link Wray-sammlung noch zu erweitern.

der mann ist jetzt mein lieblingsindianer, jedenfalls unter denen, die versucht haben, rock'n'roll
zu spielen
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