Comics werden hier auch sehr gerne gelesen, allerdings immer im Doppelpack mit einem guten Buch
oder Fachliteratur. Dient also dann quasi der Erholung von Fakten oder komplizierten Satzstrukturen.
Lucky Luke und Asterix haben mit ihren Originaltextern und -zeichnern natürlich einen festen Platz,
aber die späteren und aus reiner Profitgier herausgegebenen Hefte erreichen nur allerseltenst die
ursprüngliche Kreativität. Es wird zwar immer mal wieder ein neues Heft als 'zurück zur alten Qualität'
über den grünen Klee gelobt, aber das sind sehr realitätsfremde Bewertungen.
Mit Donald Duck ists ähnlich; Carl Barks hat die mit weitem Abstand besten Geschichten gezeichnet und
getextet; da ist HIRN drin. Auch hier haben weitere Zeichner nur selten den Standard erreicht.
Bei Tim und Struppi (ebenfalls ein MUSS) war Herge schlau genug, die Weiterführung nach seinem Tod
vertraglich zu unterbinden.
Spirou hat viele, viele Serien geschaffen; "Fantasio" (mit dem Marsupilami) oder die "Blauen Boys" sind wohl
die bekanntesten.
Die Belgier sind nach wie vor die besten Comic-zeichner und -texter und so gibt es immer wieder neue Leute,
die man empfehlen kann.
Vielleicht ist Inspektor Canardo ein Begriff; eine rauchende, saufende Privatdetektiv-Ente nach Columbo-Vorbild;
gezeichnet von Sokal; 25 Alben von ca. 1980 bis zu Sokals frühem Tod 2018. Mit großartigen Detailzeichnungen und
sinnvollen (logischen) Geschichten.
Oder die von Joann Sfar/Lewis Trondheim getextete Donjon-Serie mit vielen Nebensträngen und von
vielen verschiedenen Zeichnern bebildert, deren Kern sich um ein kommerziell geführtes (!) Verlies (= Donjon)
dreht. Hier kommen immer noch regelmäßige Weiterführungen heraus; rein geschätzt dürfte es 100 oder mehr
Alben geben.
Man sollte aber trotz allem Comic-Spaß seine Böll oder Lenz nicht zu weit weglegen.