Das 75er gleichnamige Album der kalifornischen Band Chango dürfte in erster Linie den Fans des Santanasounds aus den frühen Siebzigern, also Santana III oder vergleichbares, gefallen. Diejenigen, welche damit auf Kriegsfuss stehen, können sich also ein Weiterlesen sparen
Das Album beginnt mit dem flott vorgetragenen Stück Fire over water (5:34), welches zum Ende hin in ein santanatypisches Gitarrensolo mündet. Mein damaliger erster Höreindruck ließ mich aufmerken nach dem Motto: Holla, der Bursche kommt dem guten Carlos aber verdächtig nahe!
Es folgt Walk on hell (8:05), welches mit schleppender Schmurgelorgel beginnt, um sodann der Gitarre und der satten sonorigen Stimme des Sängers Platz zu machen, welcher schließlich von einer Schmeichelgitarre gefolgt wird. Die Scheibe klingt nun wie eine bislang nicht veröffentlichte 2. LP zu Abraxas. Zum Schluß nimmt die Nummer deutlich Fahrt auf und läßt die Saiten tanzen.
Der Anschlußsong Bollo (3:15) klingt verdächtig nach Batuka. Ich denke, mehr zu sagen, wäre überflüssig.
Caminando (6:01) bringt einen leichten Salsaeinschlag ins Spiel. Nicht unbedingt meins, ist aber auch nicht weiter schlimm, da der Song nach knapp 3 Minuten ins rockige wechselt und einem Midtempo Gitarrensolo Raum läßt :P
Mira Pa Ca (3:00) setzt diese Klangtendenz fort.
Das Stück Bembe (0:50) ist das Intro zu Solid Karma (4:48), welches einen etwas nervigen, dafür aber sehr kurzen Salsagesang aufweist, dann aber schnell zu klassischer Santanajammusik wechselt. Eben das typische Zusammenspiel von Keys, Saiten und Schlaginstrumenten.
Sacapa (1:17) ist ein langsam vorgetragener Übergang zum Titel- und Schlußstück Chango (9:09). Ein mit einigen Tempi- und Rythmuswechseln geladenes Abschlußfeuerwerk, welches nochmals jedem Bandmitglied ausgiebig die Möglichkeit zur Präsentation bietet.
Fazit: Was ist es denn nun? Eine bislang nicht entdeckte Perle lateinamerikanischer Musik? Oder doch nur eine "billige" Santanakopie? Ich möchte es einmal so formulieren: Das Spielvermögen der beteiligten Musiker ist so beschaffen, dass Carlos, wäre es denn seine LP, mit diesem Werk möglicherweise sehr zufrieden gewesen wäre.
Hier die Besetzung:
George Tacktikos: Guitar, vocals
Reinol Andino: Timbales, congas, percussion, vocals
Pepe Gomez: Drums, lead vocal, percussion, piano
Burlin Speakes: Bass
Thomas Alleto: Organ, vocals, piano
Michael Britton: Congas, percussion