Bernard Allison - Live im "Faircafé Schortens", 2.

BLUES in Friesland

 
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Bernard Allison - Live im "Faircafé Schortens", 2.

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Gepostet: 06.11.2006 - 08:07 Uhr  ·  #1
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Bernard Allison - Live im "Faircafé Schortens", 2.November 2006

Bereits das 2.Mal in diesem Jahr ergab sich die Möglichkeit in dieser Region, einen der wichtigsten Exponenten des modernen Blues zu erleben.
War es im März noch das Kommunikationszentrum "Pumpwerk" mit entsprechender Zuschauerkapazität, so mußten sich nun die Fans im recht eng bemessenen "Fair Café", einem ehemaligen Caféhaus am Waldrand, drängen, um dieses Konzert zu erleben.

Insofern negativ, als die wenigen ung√ľnstig positionierten Sitzpl√§tze "√§lteren Herrschaften" das Vergn√ľgen, n√§her am K√ľnstler und an der Musik zu sein, verwehrten, aber positiv, da√ü hier ein wesentlich besseres Klangbild hinsichtlich der Lautst√§rke (wunderbar angenehm) und der Abmischung als im Pumpwerk geboten wurde.

Nach dem etwas verzögerten Beginn des Konzerts gegen 20.40h kam alsbald gute Stimmung auf, als Allison mit seiner Band souverän starteten und besten Blues mit hoher Professionalität, aber , und was mir viel wichtiger war, starker emotionaler Ausprägung boten.

Zwar wurden im Laufe des Abends Stimmen laut, die anmerkten, der Musiker "X" oder die Band "Y" seien ja viel besser gewesen, aber genau das ist es, was mir stets sauer aufst√∂√üt, diese "Sensationsgeilheit" vieler, die es laut und krachend haben wollen, und die subtile T√∂ne nicht zu sch√§tzen wissen. Nicht, da√ü ich etwas gegen wei√üen Bluesrock habe, aber was ich nicht mag, sind diese Statements, jemand sei "besser" gewesen. Wer auf fetzigen Rock-Blues steht, soll ihn gern ausleben - mir gibt es nicht viel, auch wenn musikalisch hervorragende Kost geboten wird, stoppt dieses vorm Erreichen meiner "Seele", eben weil hier oft "seelenloses" Gefetze vordergr√ľndig ist, und nicht auch solche Kl√§nge, die , wie auch an diesem Abend von Allison geboten, reduziert auf das Wesentliche eine seelenvolle Botschaft vermitteln, die auch etwas zu sagen hat und sich gef√ľhlsm√§√üig einschleicht. Das war sicher auch nicht immer der Fall, denn neben echtem "downhome-feeling" kam nat√ľrlich auch "showmanship" zum Tragen, Tricks, die das Publikum zum Staunen bringen. Auch heute wieder die Zitatensammlung von Stevie Ray √ľber Hendrix und Johnny Winter zu Deep Purple, aber Show mu√ü eben sein, und das kommt dann nat√ľrlich beim Publikum auch an.
Wie ich j√ľngst in einer von mir nicht n√§her zu erw√§hnenswert zu haltenden Kritik eines Konzerts in einem M√ľnchener Club las, fehlte an diesem Abend wohl auch f√ľr die "Headbanger" von jenen bevorzugte ruppige "Kick-Ass-Sound", mir jedenfalls nicht. Wenngleich Allison vielleicht noch immer daran bastelt, seinen ureigenen Stil zu finden, so vermochten er und seine Band doch hervorragendes Bluesfeeling(und ich meine Blues-, nicht Rockfeeling!)zu verbreiten.
Stark emotional ber√ľhrend war das dann besonders in der Interpretation des "Young Boy Blues", der echtes "Muddy Waters-Mississippi-downhome-feeling" verbreitete, mit einer langen, erdig-reduziert-slidenden Einleitung mit wenigem Einsatz 100 mal mehr Feeling verbreitete als so mancher "Gitarrengniedler" mit 100 Noten/Minute! Und als dann nach langer Zeit die √ľbrigen Instrumente einsetzten - das war G√§nsehaut pur!
(viele hielten es w√§hrend dieses f√ľr sie wohl langweiligen St√ľckes eher mit Saufen und dummem Gelaber.....)

Was mir zudem angenehm auffiel, war, da√ü Jason Wilber am Bass im Gruppensound noch gewachsen war, obgleich mich sein Solo auch hier wieder langweilte, und da√ü Mike Vlahakis, mein "ungeliebter" Keyboarder, ausgetauscht wurde durch (den Namen habe ich leider nicht verstanden) Mr. "X"( ...Hall?), der viel viel besser in die Band pa√üte und auch wesentlich bluesiger, auch in seinen vortrefflichen Soli, agierte. Gl√ľckwunsch, Bernard, zu diesem Griff!

Andrew Thomas am Schlagzeug bot wiederum eine hervorragende Leistung, er konnte rocken, er konnte funken und grooven(Hallo Buddy Miles!) und er swingte! Super, so auch wieder sein Solo, das Anklänge an Billy Cobham's Stil hatte. Der Mann könnte auch gut im Jazz-Rock bestehen...

Fazit : Ein Konzert mit einer Gesamtl√§nge von 2 3/4 Stunden , das sehr zufriedenstellend war, wenngleich auch erst nach der Pause(nach 1 Stunde Spielzeit) der Funke richtig √ľbersprang.

Ansonsten verweise ich auch auf meine Ausf√ľhrungen zum M√§rzkonzert!

Wolfgang
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Re: Bernard Allison - Live im "Faircafé Schortens", 2.

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Gepostet: 06.11.2006 - 09:21 Uhr  ·  #2
Ich hab ihn vor Jahren mal gesehen. Da hatte er vor allem harten Blues-Rock und Showmanship geboten. Fands auch nicht sonderlich berauschend, denn wie du schreibst fand ichs auch recht seelenlos. Da war mir sein Vater wesentlich lieber.

Anscheinend sucht Allison seinen Stil aber weiter, denn so wie du ihn beschreibst hab ich ihn damals nicht erlebt.

Jerry
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Re: Bernard Allison - Live im "Faircafé Schortens", 2.

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Gepostet: 06.11.2006 - 10:19 Uhr  ·  #3
Zitat geschrieben von Jerry Garcia
Ich hab ihn vor Jahren mal gesehen. Da hatte er vor allem harten Blues-Rock und Showmanship geboten. Fands auch nicht sonderlich berauschend, denn wie du schreibst fand ichs auch recht seelenlos. Da war mir sein Vater wesentlich lieber.

Anscheinend sucht Allison seinen Stil aber weiter, denn so wie du ihn beschreibst hab ich ihn damals nicht erlebt.

Jerry


Genau, während er auf den Studioscheiben eher strikt in Richtung härteren Bluesrock geht, hat man live noch die Möglichkeit mehrere Facetten des Stiles zu erleben.
Aber leider ist es so, da√ü der klassische Blues aus Chicago oder auch Texas immer mehr ausstirbt, auch weil die Zuh√∂rer √ľberwiegend den fetzigen Blues-Rock h√∂ren wollen. Schade, und gerade dadurch auch vielleicht sind die K√ľnstler gezwungen, hier Zugest√§ndnisse zu machen.

Wolfgang
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Re: Bernard Allison - Live im "Faircafé Schortens", 2.

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Gepostet: 06.11.2006 - 20:13 Uhr  ·  #4
Ich habe 3 CD's von Ihm:

Across the water
Times are changing
Born with the blues
und eine DVD:
Kentucky fried blues

Ausserdem hatte ich Gelegenheit,Ihn 2 x live zu sehen,hier in Soest,ist auch schon ein paar J√§hrchen her..Aber gefallen hat es mir pers√∂nlich sehr gut,er hat ziemlich vieles drauf,was in meine (ohren-) Richtung geht,Blues-Rock,rockiger Funk,R+B und nat√ľrlich auch reinen Blues,egal ob Chicago oder S√ľdstaaten.Das Gelaber war auch in unserer Kneipe zu laut und er spielte gegen an,ohne lauter zu werden..
Ich empfand es nicht so,dass er noch nicht seine richtung gefunden hat..
ich denke eher,dass sich musikstile auch weiter entwickeln m√ľssen und mann(frau auch..) auch vom alten 12-Takte Schema abweichen kann,ohne die Wurzeln zu verlieren,ich h√∂rte neben mir √§usserrungen wie die stimme ist viel zu hoch usw..und gott ist der aber klein und mit den beiden rattlesnake-k√∂pfen auf seinem schwarzen hut will er von seiner gr√∂sse ablenken..bl√∂dsinn ....
Alle denken,mit dem vater hasten guten start,wieso kommt dann "sowas" raus..alles entwickelt sich weiter..und das ist gut so.

In alle st√ľcke der oben genannten CD's k√∂nnt ihr bei jpc.de reinh√∂ren

und noch folgendes..

http://www.bernardallison.com/flash.html

http://www.drums.de/1243.3.html

Gruss,scooter
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