Wer mich kennt, weiss ja dass ich gerne abseits ausgetretener Pfade wandle. Diesmal hat mich meine Neugier nach Südkorea befördert. Dort bin ich auf die Band Coreyah gestossen. Der Name „Coreyah“ leitet sich von einem sino-koreanischen Homonym ab, das „das Vergangene erben“ bedeutet, und erinnert im Koreanischen zudem an das Wort für „Wal“ (das Totem der Band). Coreyah gelten als Pioniere eines neuen Stils der koreanischen Musik, der Genres zeitgenössischer ethnischer und populärer Klänge miteinander verbindet und dabei die unverwechselbaren Merkmale traditioneller koreanischer Instrumente und Musik bewahrt. Die einzigartige, unkonventionelle und stilistisch vielfältige Vision der Gruppe vereint eine Vielzahl von Einflüssen: traditionelle koreanischer Musik (Gugak), angloamerikanischen Rock und Momente traditioneller Musik rund um die Welt. Der Erstling von Coreyah erschien 2010 und das hier vorgestellte Album „Claps & Applause“ ist ihr Viertling und erblickte 2020 das Licht der Welt.
Kim Dongkun (daegeum, sogeum, tungso),
Ham Boyoung (vocal),
Jeong Junkyu (percussion),
Kyungyi (percussion),
Kim Yerim (geomungo),
Choi Jongmin (guitar).
1. Baksusori 11:33
2. How Far You've Come 04:44
3. Till the Dawn 04:13
4. When the Sun Rises 04:39
5. Big Things 04:37
6. Escape 03:46
7. Yellow Flower (Feat. Samuel Seo) 03:41
8. Bygone Days 04:08
9. Good Dreams 06:21
https://gogeum.bandcamp.com/album/clap-applause
Um sich dieses Album zu erschliessen braucht man etwas Geduld (oder skippt). Der erste und längste Song ist noch sehr stark im traditionellen Gugak verwurzelt und zieht sich für meine Ohren doch etwas. Erst gegen Ende zieht das Tempo an und der Song wird für westliche Ohren zugänglicher. Von da an bleibt das Tempo deutlich höher und die Rockeinflüsse sind deutlicher eingewoben. Es ist jedoch nie ein bloßes aneinanderreihen verschiedener Themenblöcke sondern ein fein verwobenes Miteinander verschiedener Einflüsse welche zu einem großen Ganzen verschmelzen. Nach wenigen Liedern hat mich das Album in seinen Bann gezogen und als dann mit dem letzten Song „Good Dreams“ wieder die traditionelle Gugak übernimmt, möchte ich am liebsten wieder von vorne beginnen.
Hier noch ein youtube-link zu einem Tiny Desk Concert von 2020:
https://www.youtube.com/watch?v=1ZhAz6-Cgdg