Trees - On The Shore

 
DJ
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Trees - On The Shore

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Gepostet: 21.09.2013 - 16:33 Uhr  ·  #1
Trees - On The Shore (CBS 1970)

01 Soldiers Three 1:50
02 Murdoch 5:05
03 Streets Of Derry 7:30
04 Sally Free And Easy 10:40
05 Fool 5:20
06 Adams Toon 1:10
07 Geordie 5:05
08 While The Iron Is Hot 3:20
09 Little Sadie 3:05
10 Polly On The Shore 6:10

Acoustic Guitar, Electric Guitar [12 String], Mandolin– David Costa
Drums, Vocals, Tambourine– Unwin Brown
Lead Guitar, Dulcimer– Barry Clarke
Vocals– Celia Humphris
Vocals, Bass, Acoustic Guitar [12 String], Piano– Bias Boshell

Trees wurden 1969 in london gegründet und orientierten sich an den musikalischen zielen ihrer
großen vorbilder; Fairport Convention.
d.h., sie wollten alte standards des celtic folk im neuen rock-gewandt darbringen und zusätzlich ein
paar eigene stücke nach traditionellen ideen hinzufügen.

Fairport Convention, die ihrerseits wieder stark von Jefferson Airplane inspiriert wurden, pflegten
damals lange musikalisch exkursionen, so wie man sie von den Airplane kannte, in ihre
interpretationen einzubauen und Trees gingen auch diesen schritt mit.

'On The Shore' war ihre zweite (und letzte) lp, wenn wir einmal das 'Unreleased 3rd Album' ausklammern.

Hier gibt es eine mischung aus kürzeren und recht pastoralen stücken (mit meist akkustischer
dominanz) und längeren adaptionen von traditionals auf denen nach herzenslust auf eine art
gejammt wird, die das ursprüngliche thema weit hinter sich zurück läßt.

Besonders die drei langstücke 'Streets Of Derry', 'Sally Free And Easy' und 'Polly On The Shore'
verweben dabei gitarren, piano, mandoline oder dulcimer zu einem äußerst dichten geflecht und
schaffen eine druckvolle und kräftige intensität, die ganz tief in die seele geht und fast schon
mystisch zu nennen ist.
Trees hätten wohl jederzeit im Fillmore West zusammen mit Grateful Dead, Jefferson Airplane
oder Quicksilver auftreten können.

Kurzstücke wie 'Soldiers Three' oder 'Adam's Toon' sind akkustisch geprägt und dienen hauptsächlich
als übergang zum nächsten jam.

Zwischendurch bauen Trees das ein oder andere lament ein; eine art keltisches klagelied, indem man z.b. über 'Murdoch' oder 'Geordie' und deren probleme klagt; wobei übrigens immer wieder die
stimme von Celia Humphris in den vordergrund rückt (man kann sie durchaus mit Sandy Denny
vergleichen).
alle diese stücke führen aber doch letztendlich wieder zu gut durchdachten instrumentalen
exkursionen. selbst das bandoriginal 'While The Iron Is Hot', welches man gleich als
100% durch-und-durch-traditional erkennen möchte, schwenkt schließlich wieder zum
instrumentalteil um.

So intensiv Trees sein mögen, laut oder fetzend ist das alles nicht; man kann eben auch druck
aufbauen, ohne dabei das volumen endlos hochzudrehen.

und somit war die band damals eher ein favorit für die 'heads', ihre musik paßte ganz gut zu denen,
die gelegentlich ein pfeifchen bauten und sich, bequem auf dem sofa liegend, bei komplexeren
arrangements entspannen wollten.

in des badger's jugendtagen waren Trees ein geheimtip; ihre platten (trotz veröffentlichung
auf dem großlabel CBS) kaum zu haben und wenn doch, dann nur für sehr viel geld.
heute mangelt es nicht an wiederveröffentlichungen; hier stehen die BGO-ausgaben von 1993.

Labelboss
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 21.09.2013 - 20:08 Uhr  ·  #2
Fairport Convention ist nicht mein Ding, aber Deine Rezi wirkt irgendwie reizvoll hier mal reinzulauschen. ;)
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 21.09.2013 - 20:35 Uhr  ·  #3
Wie immer, eine sehr schöne und informative Vorstellung! Besten Dank dafür!

Das von Dir vorgestellte Album kenne ich nicht. Von den Trees steht nur deren Erstling "The Garden Of Jane Delawney" im Regal.

Allerdings bin ich mit dem Folkrock auch nicht ganz so tief verwurzelt. Ganz gern höre ich noch einige Sachen von Steeleye Span und den Horslips (ich zähle die Band mal dazu) sowie einige Eintagsfliegen, die auf dem Kissing Spell Label aufbereitet wurden.
Rainer The Mage
 
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 21.09.2013 - 20:46 Uhr  ·  #4
Wie schon erwähnt ein schönes Album und vor allem eine feine Vorstellung von dir Jürgen!
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 22.09.2013 - 06:20 Uhr  ·  #5
Zitat geschrieben von badger

Trees - On The Shore (CBS 1970)

01 Soldiers Three 1:50
02 Murdoch 5:05
03 Streets Of Derry 7:30
04 Sally Free And Easy 10:40
05 Fool 5:20
06 Adams Toon 1:10
07 Geordie 5:05
08 While The Iron Is Hot 3:20
09 Little Sadie 3:05
10 Polly On The Shore 6:10

Acoustic Guitar, Electric Guitar [12 String], Mandolin– David Costa
Drums, Vocals, Tambourine– Unwin Brown
Lead Guitar, Dulcimer– Barry Clarke
Vocals– Celia Humphris
Vocals, Bass, Acoustic Guitar [12 String], Piano– Bias Boshell

Trees wurden 1969 in london gegründet und orientierten sich an den musikalischen zielen ihrer
großen vorbilder; Fairport Convention.
d.h., sie wollten alte standards des celtic folk im neuen rock-gewandt darbringen und zusätzlich ein
paar eigene stücke nach traditionellen ideen hinzufügen.

Fairport Convention, die ihrerseits wieder stark von Jefferson Airplane inspiriert wurden, pflegten
damals lange musikalisch exkursionen, so wie man sie von den Airplane kannte, in ihre
interpretationen einzubauen und Trees gingen auch diesen schritt mit.

'On The Shore' war ihre zweite (und letzte) lp, wenn wir einmal das 'Unreleased 3rd Album' ausklammern.

Hier gibt es eine mischung aus kürzeren und recht pastoralen stücken (mit meist akkustischer
dominanz) und längeren adaptionen von traditionals auf denen nach herzenslust auf eine art
gejammt wird, die das ursprüngliche thema weit hinter sich zurück läßt.

Besonders die drei langstücke 'Streets Of Derry', 'Sally Free And Easy' und 'Polly On The Shore'
verweben dabei gitarren, piano, mandoline oder dulcimer zu einem äußerst dichten geflecht und
schaffen eine druckvolle und kräftige intensität, die ganz tief in die seele geht und fast schon
mystisch zu nennen ist.
Trees hätten wohl jederzeit im Fillmore West zusammen mit Grateful Dead, Jefferson Airplane
oder Quicksilver auftreten können.

Kurzstücke wie 'Soldiers Three' oder 'Adam's Toon' sind akkustisch geprägt und dienen hauptsächlich
als übergang zum nächsten jam.

Zwischendurch bauen Trees das ein oder andere lament ein; eine art keltisches klagelied, indem man z.b. über 'Murdoch' oder 'Geordie' und deren probleme klagt; wobei übrigens immer wieder die
stimme von Celia Humphris in den vordergrund rückt (man kann sie durchaus mit Sandy Denny
vergleichen).
alle diese stücke führen aber doch letztendlich wieder zu gut durchdachten instrumentalen
exkursionen. selbst das bandoriginal 'While The Iron Is Hot', welches man gleich als
100% durch-und-durch-traditional erkennen möchte, schwenkt schließlich wieder zum
instrumentalteil um.

So intensiv Trees sein mögen, laut oder fetzend ist das alles nicht; man kann eben auch druck
aufbauen, ohne dabei das volumen endlos hochzudrehen.

und somit war die band damals eher ein favorit für die 'heads', ihre musik paßte ganz gut zu denen,
die gelegentlich ein pfeifchen bauten und sich, bequem auf dem sofa liegend, bei komplexeren
arrangements entspannen wollten.

in des badger's jugendtagen waren Trees ein geheimtip; ihre platten (trotz veröffentlichung
auf dem großlabel CBS) kaum zu haben und wenn doch, dann nur für sehr viel geld.
heute mangelt es nicht an wiederveröffentlichungen; hier stehen die BGO-ausgaben von 1993.




Das Album steht hier auch und gefällt mir deutlich besser als 2. Album .

:)
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 22.09.2013 - 10:10 Uhr  ·  #6
danke für die Vorstellung, wer auf Fairport Convention steht liegt hier goldrichtig.
Ich habe das Album lange Zeit nicht mehr gehört, es wird sich ändern.
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 22.09.2013 - 11:53 Uhr  ·  #7
badger, Dank Deiner schönen Rezi wird die Vorfreude auf die bereits bestellte CD noch größer.

Ich bin sehr gespannt.

Du schriebst im Mellow Candle-Tread, FC stehen ganz oben. Da bin mit dir einer Meinung. Auch für mich ich FC das Maß aller Dinge was Folk-Rock angeht. Hier stehen noch ganz oben im Schrank Silly Wizard, die Strawbs und natürlich Fotheringay, wobei die für mich doch ziemlich verschmolzen mit FC sind.


Zitat
die ganz tief in die seele geht

... genau das ist es, was mir an dieser Musik so gefällt. Ich war noch nicht trocken hinter den Ohren, da habe ich im Radio Musik von Eddie & Finbar Furey gehört. Das war mein Einstieg in die in diesem Fall noch wesentlich traditionellere Folk-Musik. Ich hätte heulen können vor... ja vor was eigentlich? Da kamen und kommen immer noch zig Gefühle hoch... Rührung, Trauer, Glück, Sehnsucht...
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 22.09.2013 - 14:45 Uhr  ·  #8
Zitat geschrieben von caramel

badger, Dank Deiner schönen Rezi wird die Vorfreude auf die bereits bestellte CD noch größer.

Ich bin sehr gespannt.

Du schriebst im Mellow Candle-Tread, FC stehen ganz oben. Da bin mit dir einer Meinung. Auch für mich ich FC das Maß aller Dinge was Folk-Rock angeht. Hier stehen noch ganz oben im Schrank Silly Wizard, die Strawbs und natürlich Fotheringay, wobei die für mich doch ziemlich verschmolzen mit FC sind.


Zitat
die ganz tief in die seele geht

... genau das ist es, was mir an dieser Musik so gefällt. Ich war noch nicht trocken hinter den Ohren, da habe ich im Radio Musik von Eddie & Finbar Furey gehört. Das war mein Einstieg in die in diesem Fall noch wesentlich traditionellere Folk-Musik. Ich hätte heulen können vor... ja vor was eigentlich? Da kamen und kommen immer noch zig Gefühle hoch... Rührung, Trauer, Glück, Sehnsucht...


welche überraschung: das hier noch jemand Silly Wizzard kennt und mag ('Wild & Beautiful',
'So Many Ways' und 'Caledonia's Hardy Sons' stehen hier); das ist dann allerdings ganz und gar
traditional; halb irisch, halb schottish.
ganz irisch und noch trafitioneller wären dann die Fureys (mit und ohne Davey Arthur); die gehörten
jahrzehntelang in Irland zu den etablierten gruppen und haben jede woche irgendwo in Dublin
gespielt (wenn sie nicht gerade in den USA auf tournee waren). auf 30 lps haben sie es mindestens
gebracht.

unter den traditional bands müßten dir dann wohl auch Battlefield Band und Tannahill Weavers
gefallen, die jeweils jahrzehntelang musik gemacht haben. in diesem bereich gibt es aber so
viele, daß man nicht alle aufzählen kann.
ich persönlich mag besonders die etwas jüngeren bands aus den 90ern, die oftmals ein
paar moderne einflüsse einbauten; so wie Kila, Seelyhoo, Ceolbeg oder Shooglenifty.
und meine absoluten favoriten (in diesem genre) sind die Old Blind Dogs aus Aberdeen;
vielleicht hast du von denen gehört.

das du Fotheringay magst, weiß ich schon aus einem anderen thread; da sind wir wieder beim
folk-rock; absolut essentielle platte. die erst vor kurzem veröffentlichte '2' kommt da nicht
mehr ganz dran (denke ich mal). Fotheringway und Trees sind aber schon ein kleines bißchen
kompatibel.

von den Strawbs hat mir die scheibe mit Sandy Denny am besten gefallen; spätere sachen
während mir dann teilweise wieder zu ...ahem... 'mellow'.

und wer unter seinen FC-scheiben die 'Full House' oder 'Angel Delight' stehen hat, der kann
sich schon mal ein bild machen, wie Trees in etwa klingen (allerdings hatten Trees keine fiddle in
ihrer besetzung).
Rainer The Mage
 
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 22.09.2013 - 14:53 Uhr  ·  #9
Mal wieder tolles Namedropping, die Zauberer, Fureys, Battlefields und Weavers kenne und schätze ich ebenso und der Feuervogel wäre hier sicher ebenso dabei ;)
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 24.09.2013 - 22:18 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von badger

...unter den traditional bands müßten dir dann wohl auch Battlefield Band und Tannahill Weavers
gefallen, die jeweils jahrzehntelang musik gemacht haben. in diesem bereich gibt es aber so
viele, daß man nicht alle aufzählen kann.
ich persönlich mag besonders die etwas jüngeren bands aus den 90ern, die oftmals ein
paar moderne einflüsse einbauten; so wie Kila, Seelyhoo, Ceolbeg oder Shooglenifty.
und meine absoluten favoriten (in diesem genre) sind die Old Blind Dogs aus Aberdeen;
vielleicht hast du von denen gehört...

Dieser Absatz interessiert mich am meisten. Von den hier genannten Bands kenne ich KEINE.

Mein Bedarf an traditioneller irischer/schottischer Musik ist (zumindest zur Zeit) gedeckt. Die jüngeren Bands finde ich da schon spannender.

Im Moment höre ich mir deine Favoriten, die Old Blind Dogs an. Sehr schöner Gesang (ich verstehe allerdings kein Wort), interessante Instrumentierung (irische Bouzouki) und intensive Percussion.
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 15.04.2021 - 19:49 Uhr  ·  #11
...eine schöne Ichstrickemeimenpulloverselbstaushighländerschäfchenwolleplatte...Heileweltmusik...tut in unsren verworrenen Zeiten echt gut...höre von den Trees zu ersten mal...und auch deren Musik...

...besonders gefällt mir "Geordie"...

https://music.youtube.com/watc…ture=share
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 16.04.2021 - 08:28 Uhr  ·  #12
Oh, vielen Dank Mr. für den Reminder. Die Band war vor einiger Zeit mal im Brezel, die hatte ich für sehr intetressant befunden und wollte die Platte dann in meinen Bestand aufnehmen, verlor sie dann aber aus dem Sinn und konnte mich (mit 57 verständlich :happy: ) nicht mehr an den Bandnamen erinnern. Bäume!! wie einfach, jetzt direkt auf den Einkaufszettel gepackt.
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Re: Trees - On The Shore

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Gepostet: 16.04.2021 - 15:56 Uhr  ·  #13
... ich habe mir mittlerweile auch das Debutabum davor angehört...genauso bäumisch...beide sind auf der 50th- Anniversary- Album von 2020 drauf... + Live-Aufnahmen... + Demos... + sonstige Trallalla...das würde mich schon sehr interessieren... gibt es leider nicht mehr...
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