Ich muss gestehen, dass ich etwas voreingenommen herangehe an die Rezension der neuen Platte von Kaurna Cronin, nachdem ich die Vorgängeralben Harsh Beauty und Make Light mit jeweils 20 Punkten bedacht hatte. So hatte ich auch eindeutig Stellung dazu nehmen können, aus welchen Gründen sie so sehr mein Wohlgefallen fanden. So war für mich jeweils ausschlaggebend, dass sich der Wiedererkennungsfaktor seiner Musik derart stabilisierte, dass darauf aufbauend das eine oder andere Element noch draufgesattelt wurde.
Kaurna Cronin - Jester In A Mess
Kreativität, Harmonie, Melodik, Poesie, perfekt umgesetzte Song-Ideen, die sich noch immer bewundernswert und gleichzeitig dankenswert vom Mainstream absetzen. Zu „Make Light“ bemerkte ich dann noch, dass sich etliche Attribute etabliert hatten, mit sehr intim klingender Musik, oft voller sanfter Melancholie und viel Schönheit, mit viel Leidenschaft und Wärme vorgetragen, wohltuend für die Seele, und dieses auf hohem Niveau und mit durchdachten Kompositionen und raffinierten Arrangements. Ein wichtiger Aspekt ist dazu, dass Kaurna's Stimme mit einem individuellen Ausdruck ausgestattet ist und dadurch sehr einzigartig ist und sich auf diese Weise etabliert hat.
Und was soll ich sagen, gleich von Beginn an fühle ich erneut gefangen und habe mich dabei ertappt, hineinzugleiten in diesen Kosmos von ganz wunderschöner Musik. Jester In A Mess, der Titel der Veröffentlichung, bedeutet in etwa so etwas wie „der Narr in der Klemme“(?) Doch gibt es einen Song mit diesem Titel nicht, vielmehr ist er Bestandteil des ersten Stücks, „Spinning Wheels“. So möge Jede*r selbst den Inhalt des Textes für sich interpretieren: „The jesters caught in a mess, Gotta hole in my bucket, Hopes draining out, The last glass of water, Through your first monstera, But if I call you up, to drown it out, You seem to handle it better, My costumes soaked in rain, Some build shelters, I prefer a get away, Spinning wheels, Spinning wheels, Lost my traction, Stuck on repeat, Standing still, Spinning wheels.“
Ja, und wiederum hat Kaurna Texte geschrieben, die nicht immer sofort hinsichtlich ihrer Bedeutung zu erkennen sind, auf jeden Fall entspringt ihnen eine Menge Poesie, vielleicht auch teilweise autobiografischer Natur, man sollte sich ihnen, sie sind auf der Webseite nachzulesen, durchaus etwas nähern.
Doch zuerst wirkt natürlich die Musik, und sie wirkt erneut wie ein Quell der Frische in der weitestgehend langweiligen und langweilenden Welt „neuer“ Künstler und Künstlerinnen, inmitten von Programmierung im 4/4-Takt und Drum-Machines, hier ist Alles handgemacht und darum strahlt die Musik Wärme und Menschlichkeit aus, ohne zu lärmen. Dafür sorgen natürlich die stets hervorragenden professionellen Musiker*innen, die Kaurna auch hier wieder unterstützen, zum Beispiel der rührige Gitarrist Tom Kneebone, von dem ich jüngst erfuhr, nun bei der australischen Band The Audreys mitzuwirken, Bassist Kiah Gossner, auch als Produzent recht erfolgreich, und Schlagzeugerin Kyrie Anderson, die mir auch aus der australischen Jazzszene bekannt ist. Sehr wichtig erscheint mir das erneute Mitwirken von Frank Giles, der mit den Streicherarrangements wesentlich zum Gelingen der Gestaltung einiger Songs beiträgt, ein hervorragendes Beispiel sehe ich im Song „Tie It Onto Me“.
Doch auch Kaurna's „deutsche Band“ findet mit Gastbeiträgen Berücksichtigung auf Jester In A Mess, sie fügen sich sehr harmonisch in den Gesamtsound ein, und die langjährige Tätigkeit, hier vor Allem mit Kai Kampf und Luka Küssner hat sich ausgezahlt.
So hoffe ich, dass die Musik sich auch rasch verbreiten möge, als positiven Hoffnungsschimmer sehe ich zum Beispiel an, dass doch tatsächlich auf einem lokalen Radiosender (Radio Bremen) kürzlich der Song „Mental Vacation“ erklang. Nun, nicht nur dieser Song, sondern im Grunde genommen sind alle mit diesem gewissen „Hit-Charakter“ behaftet, und so kann ich nur hoffen, dass sich Kaurna's Musik weiter verbreitet und nicht auf Dauer mit diesem „Indie“-Zusatz belegt sein wird.
Die diesjährige Tournee durch Europa mag dazu beigetragen haben, und wie ich las, soll diese im nächsten Jahr als Dokumentarfilm veröffentlicht werden, ich bin gespannt! Der Protagonist selbst hat sich auf Facebook wie folgt zu seinem neuen Album geäußert:
---"Jester In A Mess", mein 10. Album (meine Güte!), erscheint am 24. Oktober. Sowohl die Entstehung der Platte als auch das, was daraus geworden ist, sind für mich Erinnerungen, die ich sehr schätze. Vielen Dank an euch alle, dass ihr über die Jahre hinweg dabei wart und das möglich gemacht habt. Ich hoffe, dass euch das Album gefällt.---
Ja, mir gefällt es und ich schätze es auch persönlich, dass meine Frau und ich seit 2015, seitdem wir ihn das erste Mal live erlebten, damals noch solo, mit ihm freundschaftlich verbunden geblieben sind. Die abschließenden Worte möchte ich noch durch zwei Textauszüge unterstreichen, einmal ein Aufruf, doch einmal für einen ganz besonderen, persönlichen Urlaub die Koffer zu packen, „Mental Vacation“: „Pack my bags for mental vacation“ und dann aus „ The Beauty Of The Backroads“: Ja, man sollte nicht immer nur den Highway nutzen, sondern sich auch schon einmal die Schönheit der Landstrasse zu Herzen nehmen, mit anderen Worten, kürzer zu treten: „Some people leave their memories behind them, There’s people that never let go, Some people live their life like a highway, They never see the beauty of the backroads“.....
Besetzung:
Kaurna Cronin (vocals, acoustic guitars, harmonica, organ, piano)
Tom Kneebone (electric & acoustic guitars, backing vocals on - #2 & 5, bass - #10)
Kiah Gossner (bass)
Kyrie Anderson (drums)
Jelte Hildebrands (drums - #10)
Frank Giles (strings - #2, 4, 6, 7, & 9 )
Luka Küssner (pianette - #11, backing vocals - #1, 3, 8, 9 & 11)
Kai Kampf (electric guitar - #10, mandolin - #11, backing vocals - #1, 3 & 9)
Jamie Chilvers (backing vocals - #4 & 7)
Bree Tranter (backing vocals - #10)
Chelsea Lee (backing vocals - #2, 5 & 6)
Stuart Patterson (clarinet - #1 &
Trackliste:
1 Spinning Wheels
2 Wise Words
3 The Beauty Of The Backroads
4 Tie It Onto Me
5 Millions Of Faces
6 Lighthouse Keeper
7 I Was Once Was The Wind
8 Mental Vacation
9 In Our Blood
10 The Colour Of Love
11 When The Time Turns Right
Kaurna Cronin - Jester In A Mess
Kreativität, Harmonie, Melodik, Poesie, perfekt umgesetzte Song-Ideen, die sich noch immer bewundernswert und gleichzeitig dankenswert vom Mainstream absetzen. Zu „Make Light“ bemerkte ich dann noch, dass sich etliche Attribute etabliert hatten, mit sehr intim klingender Musik, oft voller sanfter Melancholie und viel Schönheit, mit viel Leidenschaft und Wärme vorgetragen, wohltuend für die Seele, und dieses auf hohem Niveau und mit durchdachten Kompositionen und raffinierten Arrangements. Ein wichtiger Aspekt ist dazu, dass Kaurna's Stimme mit einem individuellen Ausdruck ausgestattet ist und dadurch sehr einzigartig ist und sich auf diese Weise etabliert hat.
Und was soll ich sagen, gleich von Beginn an fühle ich erneut gefangen und habe mich dabei ertappt, hineinzugleiten in diesen Kosmos von ganz wunderschöner Musik. Jester In A Mess, der Titel der Veröffentlichung, bedeutet in etwa so etwas wie „der Narr in der Klemme“(?) Doch gibt es einen Song mit diesem Titel nicht, vielmehr ist er Bestandteil des ersten Stücks, „Spinning Wheels“. So möge Jede*r selbst den Inhalt des Textes für sich interpretieren: „The jesters caught in a mess, Gotta hole in my bucket, Hopes draining out, The last glass of water, Through your first monstera, But if I call you up, to drown it out, You seem to handle it better, My costumes soaked in rain, Some build shelters, I prefer a get away, Spinning wheels, Spinning wheels, Lost my traction, Stuck on repeat, Standing still, Spinning wheels.“
Ja, und wiederum hat Kaurna Texte geschrieben, die nicht immer sofort hinsichtlich ihrer Bedeutung zu erkennen sind, auf jeden Fall entspringt ihnen eine Menge Poesie, vielleicht auch teilweise autobiografischer Natur, man sollte sich ihnen, sie sind auf der Webseite nachzulesen, durchaus etwas nähern.
Doch zuerst wirkt natürlich die Musik, und sie wirkt erneut wie ein Quell der Frische in der weitestgehend langweiligen und langweilenden Welt „neuer“ Künstler und Künstlerinnen, inmitten von Programmierung im 4/4-Takt und Drum-Machines, hier ist Alles handgemacht und darum strahlt die Musik Wärme und Menschlichkeit aus, ohne zu lärmen. Dafür sorgen natürlich die stets hervorragenden professionellen Musiker*innen, die Kaurna auch hier wieder unterstützen, zum Beispiel der rührige Gitarrist Tom Kneebone, von dem ich jüngst erfuhr, nun bei der australischen Band The Audreys mitzuwirken, Bassist Kiah Gossner, auch als Produzent recht erfolgreich, und Schlagzeugerin Kyrie Anderson, die mir auch aus der australischen Jazzszene bekannt ist. Sehr wichtig erscheint mir das erneute Mitwirken von Frank Giles, der mit den Streicherarrangements wesentlich zum Gelingen der Gestaltung einiger Songs beiträgt, ein hervorragendes Beispiel sehe ich im Song „Tie It Onto Me“.
Doch auch Kaurna's „deutsche Band“ findet mit Gastbeiträgen Berücksichtigung auf Jester In A Mess, sie fügen sich sehr harmonisch in den Gesamtsound ein, und die langjährige Tätigkeit, hier vor Allem mit Kai Kampf und Luka Küssner hat sich ausgezahlt.
So hoffe ich, dass die Musik sich auch rasch verbreiten möge, als positiven Hoffnungsschimmer sehe ich zum Beispiel an, dass doch tatsächlich auf einem lokalen Radiosender (Radio Bremen) kürzlich der Song „Mental Vacation“ erklang. Nun, nicht nur dieser Song, sondern im Grunde genommen sind alle mit diesem gewissen „Hit-Charakter“ behaftet, und so kann ich nur hoffen, dass sich Kaurna's Musik weiter verbreitet und nicht auf Dauer mit diesem „Indie“-Zusatz belegt sein wird.
Die diesjährige Tournee durch Europa mag dazu beigetragen haben, und wie ich las, soll diese im nächsten Jahr als Dokumentarfilm veröffentlicht werden, ich bin gespannt! Der Protagonist selbst hat sich auf Facebook wie folgt zu seinem neuen Album geäußert:
---"Jester In A Mess", mein 10. Album (meine Güte!), erscheint am 24. Oktober. Sowohl die Entstehung der Platte als auch das, was daraus geworden ist, sind für mich Erinnerungen, die ich sehr schätze. Vielen Dank an euch alle, dass ihr über die Jahre hinweg dabei wart und das möglich gemacht habt. Ich hoffe, dass euch das Album gefällt.---
Ja, mir gefällt es und ich schätze es auch persönlich, dass meine Frau und ich seit 2015, seitdem wir ihn das erste Mal live erlebten, damals noch solo, mit ihm freundschaftlich verbunden geblieben sind. Die abschließenden Worte möchte ich noch durch zwei Textauszüge unterstreichen, einmal ein Aufruf, doch einmal für einen ganz besonderen, persönlichen Urlaub die Koffer zu packen, „Mental Vacation“: „Pack my bags for mental vacation“ und dann aus „ The Beauty Of The Backroads“: Ja, man sollte nicht immer nur den Highway nutzen, sondern sich auch schon einmal die Schönheit der Landstrasse zu Herzen nehmen, mit anderen Worten, kürzer zu treten: „Some people leave their memories behind them, There’s people that never let go, Some people live their life like a highway, They never see the beauty of the backroads“.....
Besetzung:
Kaurna Cronin (vocals, acoustic guitars, harmonica, organ, piano)
Tom Kneebone (electric & acoustic guitars, backing vocals on - #2 & 5, bass - #10)
Kiah Gossner (bass)
Kyrie Anderson (drums)
Jelte Hildebrands (drums - #10)
Frank Giles (strings - #2, 4, 6, 7, & 9 )
Luka Küssner (pianette - #11, backing vocals - #1, 3, 8, 9 & 11)
Kai Kampf (electric guitar - #10, mandolin - #11, backing vocals - #1, 3 & 9)
Jamie Chilvers (backing vocals - #4 & 7)
Bree Tranter (backing vocals - #10)
Chelsea Lee (backing vocals - #2, 5 & 6)
Stuart Patterson (clarinet - #1 &
Trackliste:
1 Spinning Wheels
2 Wise Words
3 The Beauty Of The Backroads
4 Tie It Onto Me
5 Millions Of Faces
6 Lighthouse Keeper
7 I Was Once Was The Wind
8 Mental Vacation
9 In Our Blood
10 The Colour Of Love
11 When The Time Turns Right